Gedanken zum Sonntag Rogate

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Predigt für ROGATE

                           über 2. Mose 32, 7-14,

                                                     gehalten am 5.5.2002

                                                                              in Augsburg, St. Jakob

 

Moses Fürbitte

„ Der HERR sprach aber zu Mose: Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat schändlich gehandelt. Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben's angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat. Und der HERR sprach zu Mose: Ich sehe, dass es ein halsstarriges Volk ist. Und nun lass mich, dass mein Zorn über sie entbrenne und sie vertilge; dafür will ich dich zum großen Volk machen. Mose aber flehte vor dem HERRN, seinem Gott, und sprach: Ach HERR, warum will dein Zorn entbrennen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus Ägyptenland geführt hast? Warum sollen die Ägypter sagen: Er hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt, dass er sie umbrächte im Gebirge und vertilgte sie von dem Erdboden? Kehre dich ab von deinem grimmigen Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst. Gedenke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: Ich will eure Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel, und dies ganze Land, das ich verheißen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es besitzen für ewig. Da gereute den HERRN das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte. “

 

                                                                               A.

Ob sich noch etwas zum Besseren wenden lässt?- Ob ´in die Sache noch einmal Bewegung` kommt?- Ist da etwas zu erwarten? Besteht Hoffnung?-

Liebe Jubilare, die ihre Goldene oder sogar Diamantene Konfirmation begehen, Sie blicken heute zurück. 1952 bis heute-, ein halbes Jahrhundert: unsere Lebenszeit. Oder noch zehn Jahre mehr.

Wie bewerten  Sie die Entwicklung dieser Jahrzehnte? Ist es aufwärts oder vielmehr abwärts gegangen? Sind die Zeiten besser oder schlechter geworden?-  Zweifellos gab es bedeutende technische Fortschritte. Wie unbequem war es, ohne ´schnurloses Telefon`, ohne Handy zu leben! Wie mühsam, Informationen einzuholen, ohne Internet!- Aber auch sonst ist vieles besser geworden. 1952-, allmählich wurde der Stalinismus überwunden. Jetzt ist sogar der Eiserne Vorhang verschwunden. Der befürchtete Weltkrieg mit Atomwaffen konnte vermieden werden. Deutschland ist wieder vereinigt.

Aber auf der anderen Seite wuchert in beängstigendem Maße ein Geflecht von Terrorismus unmerklich in den Staaten: Gewaltbereitschaft-“Erfurt“. Korruption hat auch da Einzug gehalten, wo früher Korrektheit herrschte.

Und wenn wir auf unsere Kirche sehen, so fällt nicht nur der zahlenmäßige Schwund auf, sondern auch die innere Uneinigkeit. Während der letzten Jahrzehnte ist es weithin nicht gelungen, die Glaubensbotschaft überzeugend weiter zu vermitteln. Die Kirche selbst scheint mit ihrer eigenen Botschaft zerfallen zu sein. Wen wundert es, dass sich viele auf etwas so Unsicheres nicht mehr einlassen wollen und lieber Abstand nehmen?

Eine Esoterikwelle schwemmt seit Jahren das Interesse an der Bibel weg. Christliche Wertvorstellungen gelten nicht mehr als bindend.-

Wie bewerten Sie die Entwicklung, aufs Ganze gesehen?-

Und wenn man versucht, sie mit den Augen Gottes zu betrachten-, zu welchem Urteil kommt man da?

 

                                                                         B.

Ist es so, wie damals am Berg Sinai, als Gott abrupt zu Mose sagte: „Steig hinunter!“-, ´es hat wohl keinen Sinn, sich weiterhin Gedanken zu machen und Niederschriften anzufertigen. Mit diesen Leuten ist nichts anzufangen.` „Dein Volk....hat schändlich gehandelt“. ´Ich möchte den Kontakt abbrechen.`

 

                                                                          I,

a)Würde Gott, was er damals zu den aus Ägypten Geretteten sagte, auch unserer Generation vorwerfen, die den Zweiten Weltkrieg überstanden hat? Sagt Er zu Ihnen, den 1952, bzw. 1942 Konfirmierten: „Dein Volk hat schändlich gehandelt“? „Sie sind schnell abgewichen von dem Weg, den ich ihnen geboten habe“.-Manche hören es so: Unser Volk ´bekommt jetzt die Quittung`; über kurz oder lang fehlen Arbeitskräfte: Es fehlen die Millionen Abgetriebenen. Und wer soll dann den Alten die Rente finanzieren?- Und die Zunahme psychischer Erkrankungen, und die wachsende Zahl verhaltensgestörter Kinder-, hängt das nicht mit ungeordneten Familienverhältnissen, mit der hohen Scheidungsrate zusammen?-Und kann man die Augen davor verschließen, dass Aids sich am stärksten ausbreitet,  wo biblische Normen des Sexuallebens wie selbstverständlich missachtet werden? Und der sprichwörtlich gewordene „Tanz ums Goldene Kalb“-, dass sich alles ums Geld dreht, das Gott den Rang abgelaufen hat,- das ist wohl in der Tat für die Jahrzehnte, auf die wir heute zurückblicken, bis zur Stunde kennzeichnend. Dass Geld den Menschen wichtiger ist, als Gott, sieht man nicht nur an denen, die aus finanziellen Erwägungen aus der Kirche austreten.

 

b) Am Fuss des Berges Sinai haben die Israeliten ihr „gegossenes“ Stierbild „angebetet“. Heute beten sehr viele überhaupt nicht mehr. In beiden Fällen ´kommt bei Gott nichts mehr an`.

Damals sagten sie, was in Wirklichkeit Gott getan hat, sei dem Goldenen Kalb zu verdanken. Heute schreibt man es sich selber, geschickter Organisation, den Medien oder der Chemie zu-, oder wie in alten Zeiten, den Sternen, und zieht Gott dabei überhaupt nicht in Betracht.-

 

c)Die Jahrzehnte unseres Lebens-, wir können uns selbst davon nicht ausnehmen. Christa Wolfs jüngste Erzählung, die die Gedanken und Gespräche zwischen den Narkosen und Operationen während  einer schweren Erkrankung wiedergibt, kommt darauf zu sprechen: „Das Bösartige“. Krankenschwester Kora will den Ausdruck ´das Bösartige` nicht gelten lassen, doch das trägt jeder in sich, im körperlichen wie im übertragenen Sinn, wieso es leugnen“  ( leibhaftig, München 2002, 132 ).

Gott sagt. „Ich sehe“ es; und es bessert sich nicht. Von diesen Leuten ist keine Umkehr zu erwarten. „Ich sehe, dass es ein halsstarriges Volk ist.“ Es fällt ihnen nicht ein, den Kopf zu senken und zu sagen: ´Ich habe geirrt; ich habe etwas Falsches gemacht; ich habe gesündigt.`

Nein, sie machen immer weiter. „Und nun“, sagt Gott, entbrennt mein Zorn. Dann ist nichts mehr zu retten.

Ist Mose ausgenommen? Hat er noch eine Chance? Wird er aus dem allgemeinen Niedergang glänzend hervor gehen?- Können wir auch für uns so etwas in Anspruch nehmen?

Christa Wolf, auf dem Krankenbett, meint: „das trägt jeder in sich“, „das Bösartige“, „wieso es leugnen.“ Und sie, die die Jahrzehnte in der DDR verbracht hat, in Anpassung und Widerstand, aber ersichtlich ohne Gottesfurcht, kommt zu dem Ergebnis: „Auf die Liste der verlorenen und wieder zu findenden Wörter, würde ich das Wort ´Sünde` setzen“ (178).

 

Gestern Abend, bei der Beichte, haben wir gesagt, wie am Vorabend unserer Konfirmation: „Ich armer, elender, sündiger Mensch“-. Das galt in den vergangenen Jahrzehnten als altmodisch und unwürdig. Aber nun sagt die frühere DDR- Schriftstellerin an der Schwelle des Todes: Dieses Wort müssen wir wieder ernst nehmen und in Gebrauch nehmen: „Sünde“; denn es entspricht der Wirklichkeit.

 

                                                                             II.

Dieser Bibeltext legt einen überwiegend- ja, grundlegend negativen Rückblick nahe. Die letzten 50 bis 60 Jahre- und auch die Art, wie wir selber sie verbracht haben,- sind, gemessen an Gottes Erwartungen, unbefriedigend verlaufen, teilweise sogar „schändlich“.

 

a)Und jetzt fragt es sich eben, ob sich das noch korrigieren lässt.

Da müssen wir sagen: Was abgelaufen ist, ist ohnehin nicht mehr zu ändern; und was im Gange ist, wird sich kaum zurückdrehen lassen; es nimmt seinen Lauf.- Da ist nichts zu wollen`.

Gott gebraucht hier gegenüber Mose ein seltsames Wort: „Er sagt: „Nun lass mich“, - ´Lass mich in Ruhe`,- ´rede mir nichts drein!`Hier ist nichts mehr zu ändern.

 

b)Das kann man sich vorstellen.- Aber Mose findet es nicht gut.- So sehr man es selber eigentlich genauso sieht-, so verständlich es ist,- so gerechtfertigt  es wäre, wenn Gott sagen wollte: „Nun lass mich, dass mein Zorn über sie entbrennt und sie vernichtet“,- irgendwie passt es nicht zu dem, was man sonst von Gott hört, und wie man Ihn kennen gelernt hat.

Zwar könnte man es sehr gut verstehen, wenn Gott etwa im Blick auf Israelis und Palästinenser, auf Selbstmordattentäter und das Niederwalzen von Flüchtlingslagern, kein Erbarmen mehr hätte,- und den arabischen Jungakademikern und ihren amerikanischen und europäischen Helfershelfern, die Terroranschläge planen, und auch denen, die, interessiert, an Kriegen verdienen, den Garaus machte. Aber dabei käme, so hat man den Eindruck, das ´nicht richtig heraus`, was Gott eigentlich will.

Dieser „Gott“, der sagt: „Lass mich“, und dann selbst wie ein Panzer über diesen ganzen Aufruhr der Welt, über „das Bösartige“, das jeder in sich trägt, hinweg rollt und die missratene Schöpfung platt walzt, und das Volk, das „schändlich gehandelt“ hat, nieder macht-, ist vielleicht doch nur ein momentaner und oberflächlicher Eindruck von Gott.

Natürlich zürnt Gott mit Recht; das kann nicht anders sein.

Und dass auch wir es nicht anders verdient  haben, als schlecht weg zu kommen, haben wir gestern Abend zugegeben.

Trotzdem erinnern wir uns an andere Äußerungen Gottes.

Dieses erzürnte Gesicht, das Er gegenüber Mose macht,- „lass mich!“-, ist das Sein ´wahres Gesicht`?

 

c)Mose, der anschließend, beim Abstieg vom Berg, wie er den „Tanz ums Goldene Kalb“ aus der Nähe beobachtet, selber vor Zorn entbrennt,- die tiefe Zornfalte zwischen den Brauen, wie Michelangelo sie der Mosefigur am Grabmal Julius´II. In Rom eingemeißelt hat-; und die Tafeln mit den handgeschriebenen Zehn Geboten Gottes ,eine unersetzliche Kostbarkeit, wütend und verzweifelt gegen den Felsen schlägt und zerbricht,-Mose vergisst nicht, dass er von Gott etwas anderes gehört hat.

Deshalb entschließt er sich, Ihn nicht ´in Ruhe zu lassen.`

 

Er riskiert es, angesichts dessen, was aufgedeckt wurde, zu beten. Obwohl es so schien, als wäre nichts mehr zu machen,- als sei ´die Sache gelaufen`, appellierte Mose an Gott. Und darauf hin kam noch einmal Bewegung in die Angelegenheit. Und es ging am Ende anders aus, als befürchtet, und als zu erwarten war.- Das soll uns anregen, auch bei unserem Rückblick auf gesellschaftliche und kirchliche Entwicklungen im letzten halben Jahrhundert, und auch im Blick auf das, was „in unserem eigenen Leben nicht gut gelaufen ist, wegen des „Bösartigen“ in uns selbst und anderen,- es nicht einfach dabei zu belassen, sondern dagegen vorzubringen, was wir von Gott wissen,- was z.B. unser Konfirmationsspruch sagt.

 

d)Mose hält nicht, was nach dem zuletzt geäußerten Wort Gottes vernünftig wäre, den Mund, sondern beginnt, zu „flehen“: er betet.

Er sagt: „Ach, Herr, warum“ nun das? „Warum“ soll diese Geschichte so ausgehen?- Was hast Du alles aufgewendet für dieses Volk! Ich erinnere mich, wie Du es „mit großer Kraft und starker Hand aus Ägypten“ befreit hast.- Und uns hast Du durch den Krieg gebracht; und durch allerlei Krankheiten und Konflikte.- Und jetzt soll das durch unsere Schuld alles so unglücklich enden?

Im Gebet stellt Mose Fragen an Gott! ´Ich kann es nicht glauben`, sagt er, dass das Unheil, das jetzt droht, der Untergang, der sich abzeichnet, wirklich so vernichtend über uns kommt. So gut ich Deinen Zorn verstehe, so sehr wir ihn verdient haben-, ich kann mir nicht vorstellen, dass es dabei bleibt`.

Und er ruft vor Gott in Erinnerung, was er gehört hat: von „Abraham, Isaak und Jakob“,- was Gott ihnen versprochen hat, die bekannten Geschichten aus der Bibel; Gottes Wort; Gottes Verheißungen. Das kann doch nun nicht plötzlich alles hinfällig sein. Es ist schon wahr: wir haben „schändlich gehandelt“, und „das Bösartige“ steckt in jedem von uns. 100 katholische Priester haben in den USA schon suspendiert werden müssen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Weil Anzeigen erstattet wurden. Und von evangelischen Pfarrern hört man, dass sie, obwohl sie offen im Ehebruch leben, nicht einmal versetzt  werden.

Da soll keiner sagen, dass Gottes Zorn nicht über diese Kirchen entbrennt; und man sieht, wie sie gestraft werden, weil viele Mitglieder keinen Beitrag mehr zahlen und mit der Kirche nichts mehr zu tun haben wollen.

Aber Suspendierung von Pfarrern,- Kirchenaustritt: das kann nicht die Lösung sein. Wir haben „schändlich gehandelt“. Aber Du, Gott, Du hast doch versprochen, uns heraus zu führen aus dem Unglück, das wir verschuldet haben, und uns zu erlösen von dem „Bösartigen“, das in jedem von uns steckt.- Das „verlorene“ und „wieder zu findende“ Wort „Sünde“. Jesus hat doch unsere „Sünden“ auf sich genommen. Dass er bluten musste am Kreuz-, das war doch wegen uns- und wegen dieser Priester- und vieler anderer, „zur Vergebung der Sünden“.- Martin Luther sagte: Wenn man den Zorn Gottes fühlt, und nichts dagegen sagen kann und in seiner Verzweiflung Gott Recht geben muss, dann soll man die Bibelsprüche hervor holen, die sagen: „Die Strafe liegt auf Ihm, damit wir Frieden haben“. Und soll sie Gott vorhalten im Gebet. Und man wird die Erfahrung machen, dass wieder Bewegung in die Sache kommt; dass es auf einmal anders aussieht; dass man leben und froh werden kann. Dass, indem man sich zu Christus bekehrt, der Zorn Gottes sich wendet. Als reute Ihn, was Er angedroht hat.

Christian Fürchtegott Gellert  sagte in einem Lied: „Du hast ein Recht zu diesen Freuden; / durch Gottes Gnade sind sie dein./ Sieh, darum musste Christus leiden,/ damit du könntest selig sein.“

 

Amen!

 

Pfarrer Dr. Wolfhart Schlichting

 


 

JOHANNES 16,23b-28.33;  PREDIGT:

 

„ Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei. Das habe ich euch in Bildern gesagt. Es kommt die Zeit, dass ich nicht mehr in Bildern mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An jenem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.

Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. “

 

Dr. Martin Luther sagte: Neben der Predigt ist das Gebet das zweitwichtigste Amt der Kirche Jesu Christi! Und dieses Gebet will natürlich gelernt sein, praktiziert werden. Die Predigt zeigt uns den Weg zu Gott. Das Gebet ermöglicht uns das Sein bei Gott, den Aufenthalt im Vaterhaus Gottes, den persönlichen Umgang mit Gott. Ja die Predigt wird erst durch das Gebet ermöglicht. Denn erst damit erlebe ich etwas mit unserem Gott, von dem ich dann ein Zeugnis abgeben kann.

Im Gebet bekomme ich das Gespür dafür, was es mit Gott auf sich hat. Und dafür ist wiederum Jesus Christus ganz wesentlich. Denn nur er zeigt uns den rechten Weg zu Gott, den er uns durch seine Erlösung ermöglicht hat. Ohne Jesus Christus hätten wir niemals diese starke Verbindung zu Gott. Ohne ihn würden wir immer wieder Gott falsch verstehen, seine Anliegen missdeuten, falsch auslegen.

Was hier im Text als Gebet gemeint ist, das bezeichnet man als das immerwährende Gebet; 1. Thessalonischer 5,17: Betet ohne Unterlass! Damit sind nun weniger unsere Gebetszeiten gemeint, die wir auch kennen und praktizieren. Sondern im ganz gewöhnlichen Alltag haben wir die Möglichkeit der ständigen Rückkopplung zu Gott. Wenn wir dies mit einer Telefonleitung vergleichen, dann ist diese nie besetzt, sondern immer frei. Wenn wir es mit einem Firmenschef vergleichen, dann haben wir zu ihm immer freien Zugang und werden nie von Vorzimmer- Damen oder - Herren abgewimmelt. Wir haben den vollen Zugang.

Was wäre diese Welt ohne Jesus Christus? Manche leben auf der Sonnenseite des irdischen Lebens. Der große Rest lebt auf der Schattenseite. Jesus ermöglicht, dass alle Menschen, egal welchen Standes, Berufes, welcher Rasse oder Klasse sie angehören, die wahre Erfüllung erleben dürfen. Da ist es egal, wo wir äußerlich stehen und was wir täglich erleben. Da macht es nichts aus, ob wir es im Leben weit oder nicht weit gebracht haben. Denn gerade fürs Gebet gilt, dass wir nicht etwas vorweisen oder leisten müssen, sondern wir uns reich beschenken lassen dürfen.

Die bestmögliche Bewältigung unseres Lebens geschieht durchs Gebet. Denn damit sind wir nicht mehr auf uns alleine gestellt, sondern da erfahren wir die Fürsorge Gottes, die Hilfe dessen, der der Höchste, Größte und Beste ist. Und Gott meint es immer gut mit uns. Er vermittelt uns den besten Weg zur Bewältigung unseres Lebens, auch dann, wenn sich viele Miseren auftun. Im Gebet erschließen wir uns den ganz speziell für uns zugedachten Weg Gottes.

Da gilt es dreierlei zu bedenken: 1) Im Namen Jesu beten. 2) Dabei erleben wir, dass uns Gott über Bitten und Verstehen gibt. 3) Damit überwinden wir die Welt.

 

1) Im Namen Jesu beten, denn er besitzt die höchste Vollmacht, die es überhaupt gibt. Nicht einmal die Juden, das Volk Gottes, kennen diesen freien Zugang dazu. Noch weniger kennen es die Religionen und Sekten. Nur wir Christen haben durch Christus diesen freien Zugang zu Gott.

Was bedeutet es schon im menschlichen Leben, wenn man sagen darf: Ich komme im Namen meines Chefs! Oder wenn wir Besuchsdienste machen: Ich komme im Namen unserer Kirche! So kann man auch sagen: im Auftrag meines Chefs oder unserer Kirche!

Ich darf im Namen Jesu, im Auftrag Jesu beten. Jesus ist der höchste Chef, er ist der Herr unserer Kirche. Er allein hat im Himmel und auf Erden alle Macht. Er gibt uns die Erlaubnis, zu Gott kommen zu dürfen; mit ihm wie ein Kind zum Vater beten, reden und Verbindung knüpfen zu dürfen.

Das gilt für alle unsere ganz persönlichen Anliegen. Aber das gilt auch für alle unsere Dienste und Aufgaben, die wir haben. Auch sie wollen in solchem Gebet vorbereitet und getan, bewältigt sein.

Jesus ist unser gewaltiger Vermittler. Er vermittelt, ermöglicht uns vieles, was sonst nicht möglich wäre. Was unternehmen Menschen nicht alles, um ein höheres Lebensziel zu bekommen mit Meditationstechniken und manchen Sinnerforschungen, z.B. vermittelt durch New Age, Sekten und Gurus. Manche stürzen sich da in Drogen und Räusche, um einen besondern Kick zu erleben. Als Christen haben wir all das nicht nötig. Durch unseren einfältigen Glauben an Jesus Christus kommen wir in den vollen Genuss dessen, was Jesus in harter Arbeit und vollem Einsatz für uns erworben hat. Wenn wir ihn ernst nehmen, sind wir voll dabei. Und die Erlebnisse, die wir dabei haben, sind keine Kurztripps, Kurzerlebnisse, sondern es darf ein Dauerzustand der gottgewirkten Seligkeit sein.

Da haben wir keine Beziehungsprobleme. Denn Jesus ermöglicht uns das. Unter dieser Vollmacht Jesu entwickelt sich unser Leben in bester Weise zu den größtmöglichen Idealen und zu Originalen. Denn unser Leben trägt seine Unterschrift, seine Gesichtszüge. Sein Antlitz kommt uns ganz nahe. Sein Himmelreich ist inwendig in uns. Das ist die höchstmögliche Motivation, Prägung und Vollmacht, die es gibt. Wohl dem, der im Namen Jesu lebt und betet.

 

2) Gott gibt über Bitten und Verstehen. Im Text steht: Was wir Gott im Namen Jesu bitten, das wird er uns geben. Und was wir dabei nehmen, dadurch wird unsere Freude vollkommen! Dadurch besitzen wir die höchsten Schätze und Reichtümer, die es gibt. Man könnte sagen: Gott lässt sich nicht lumpen. Er ist nie karg oder geizig. Und er weiß, was für uns gut und richtig ist. Somit korrigiert er sogar unsere vielleicht törichten und falschen Bitten. Es gehört große Weisheit dazu, und dazu dient auch unser Gebet, das Richtige zu erkennen, das gut für uns ist. Somit dient unser Gebet auch zur Klärung dessen, was zur Zeit richtig und dran ist. Was wir dabei erkennen, darum dürfen wir dann bitten. Das erfüllt Gott wahrhaftig über Bitten und Verstehen.

Welche Schätze und Reichtümer ersehnen wir uns und sammeln wir? Wollen wir rein äußerlich das schönste und reichste Leben haben? Trachten wir nach dem, das uns die Medien in den schillernsten Farben zeigt? Da gibt es zwar eine breite Palette von verschiedensten Begehren, Wünschen und Zielen. Aber was uns dabei versprochen wird, das erfüllt sich nur zum Teil, wenn überhaupt. Da wird uns vieles vorgegaukelt, was mehr Phantasie als Wirklichkeit ist.

Egal, wo wir uns befinden und was wir zur Zeit sind und darstellen. Gott betrügt uns nie. Er hat für uns Schätze und Reichtümer bereit, die uns wahrhaftig bis ins Innerste hinein erfüllen und befrieden. Das sind zuerst einmal innere Werte, die dann auch auf unser Äußeres durchschlagen. Paulus bezeichnet diese in Galater 5 als die Früchte des Geistes, die da sind: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Keuschheit. Das sind Schätze und Reichtümer, die uns niemand mehr nehmen und uns keine Situation rauben kann. Das macht unser Leben fest, stark, kräftig und doch geschmeidig. Die ganze Heilige Schrift zeugt davon, ist uns dafür Wegweisung und zeigt uns die verschiedensten Arten der Überwindung, um zu solchen Schätzen und Zielen zu gelangen.

Zusätzlich gilt, und das gehört mit dazu, dass mit dem reichen Segen Gottes auch uns immer Gottes Schutz und Bewahrung geschenkt wird. Nichts kann uns mehr aus der Bahn Gottes werfen. Was uns Gott einmal anvertraut hat, das bewirkt in uns den Ewigkeitsbezug, der uns durch alle Situationen hindurch trägt.

 

3) Folgerichtig sind wir damit bei Punkt 3: Wir überwinden die Welt und besitzen damit die höchst mögliche Schaffenskraft. Zuerst heißt es hier: In der Welt habt ihr Angst! Auch wir kennen diese Angst, all die Nöte, die Lieblosigkeiten, den Streit, den Hass, die Boshaftigkeiten, die uns überfallen. Das will uns äußerlich und innerlich bedrängen und bedrücken. Aber Gott gibt uns daraus die Überwindung: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden! Bei der Beschäftigung mit dem Text der Feindesliebe stieß ich einmal auf eine merkwürdige und aussagekräftige Stelle aus Jesaja 50,7. Vorher wird von vielen Bedrängnissen und Gemeinheiten gesprochen. Und dann heißt es: Ich habe mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein. Denn Gott, der Herr, hilft mir. Darum weiß ich, dass ich nicht zuschanden werde. Überspitzt könnte man sagen: Wenn mich jemand ins Gesicht schlägt, dann tut es nicht mir weh, sondern ihm, weil ja mein Angesicht hart wie ein Kieselstein ist. Da ist nun nicht der Selbstgerechtigkeit das Wort gesprochen. Damit wäre das falsch verstanden. Sondern da ist die Gottesruhe angesprochen, die mir Gott ins Herz schenkt. Dafür ist im Hebräerbrief das ganze 4. Kapitel gewidmet. Da heißt es, dass uns gerade Gottes Wort und der Hohepriester Jesu dies vermittelt und bewirkt.

Damit praktiziere ich nicht mehr: Wie du mir, so ich dir, das sich oft zur Blutrache hochschaukelt. Sondern wir haben die Kraft, dem Bösen das Gute dagegen zu setzen; Römer 12,21: Wir überwinden das Böse mit Gutem! So haben wir Besseres und Wichtigeres zu tun, als Vergeltung zu üben und zu praktizieren. Gott beteiligt uns ja am Aufbau seines Reiches. Damit ist ein schöpferisches Arbeiten verbunden, von dem wir uns nicht abhalten lassen müssen. Diese Kraft der Überwindung ist immer die bessere Kraft. Das ist eine Art der Sublimation. Würde ich mich auf das Böse konzentrieren, dann verfange ich mich darin und gehe unter. Wenn ich mich dagegen auf den Auftrag Gottes ganz konzentriere, den mir Gott gegeben hat. Dann darf und kann ich damit indirekt das Böse überwinden, für das ich dann überhaupt keine Zeit und Kraft habe. Das ist für mich Sublimation.

Ich sage gerne, dass jeder von Gott seinen ganz persönlichen Lieblingsauftrag bekommen hat, so wie auch jeder seine ganz persönliche Lieblingssünde besitzt. Der Kampf gegen diese Sünde geschieht nur dann positiv, wenn ich mich ganz auf den Lieblingsauftrag konzentriere. Dann überwinde ich in rechter Weise die Ängste dieser Welt und kann ganz getrost leben. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!

 

Unser Gebet im Namen Jesu ermöglicht uns den Aufenthalt im Vaterhaus Gottes. Da erlebe ich die höchste Vollmacht, die es überhaupt gibt, in Jesus Christus. Da reicht mir Gott über Bitten und Verstehen alles dar, das ich zum Leben benötige. Da überwinde ich in der Weise diese Welt, weil mich Gott am Aufbau seines Reiches beteiligt und er mir die höchst mögliche Schaffenskraft verleiht. Ohne Jesus Christus wäre alles sinnlos gelebt. Mit ihm gelingt uns das ganze Leben.

 

Bruder Georg


1.Timotheus 2,1-6a;  Predigt:

 

„ Vor allen Dingen tue man Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst zur Erlösung für alle gegeben hat. “

 

Unser Gebetsleben ist vom gottgewollten Leben und Wirken geprägt. Wer viel betet, durch den kann Gott kommen und wirken. Dem geht es nicht mehr um die Selbstverwirklichung, sondern um die Gottesverwirklichung. Gerade das Gebet befreit uns von uns selbst. Wir geraten in den Einflussbereich Gottes und bekommen seine Wertvorstellungen. Darunter kommt unser Leben innerlich zur Ruhe und wir können uns der größten Kraft Gottes aussetzen und stehen positiv im Leben. Das festigt unser Leben so stark, sodass uns nichts mehr aus der Bahn Gottes wirft. Es ist aber nicht unser Verdienst, sondern allein der Verdienst Gottes. So wäre es von uns schofel, wenn wir dieses Angebot Gottes ausschlagen würden.

Paulus gibt hier dem Timotheus eine klare Richtung vor: Unsere Gedanken, Worte und Taten, unsere Gesinnung und unsere Begegnungen dürfen durchs Gebet eine klare und eindeutige Richtung bekommen. Dadurch sind wir nicht mehr vom Bösen Getriebene, sondern vom Guten. Wir verstehen Gott und seinen uns zugedachten Auftrag richtig. Wir wissen um das wahre Leben und kennen die wahren Lösungen.

Es genügt nicht, über Gott Bescheid zu wissen. Da kennt sich sogar der Teufel bestens aus. Wir benötigen sehr dieses liebende Gespräch mit ihm. Dann wird es auch zu unserem Herzensanliegen, dass Gottes großer und gewaltiger Wille geschieht. Gerade das Gebet motiviert und befähigt uns dazu.

Ein Spezialgebiet unseres Gebetslebens ist die Fürbitte. Da können wir nicht genügend für alle Menschen einstehen, gerade auch für unsere Allernächsten. Hier können wir die göttlichen Kräfte nützen, die unsere menschlichen Möglichkeiten weit übersteigen.

In jedem Menschenleben gibt es Situationen, die nur Gott bewältigen und lösen kann. Mit der Fürbitte werden diese Kräfte freigesetzt. Gott öffnet uns dann das Herz und die Augen für die rechte Lebensart, Lebensantwort und all den Möglichkeiten, die unsere Wünsche auch befrieden, stillen und erfüllen können. Lassen wir uns das nicht zwei Mal sagen. Nützen wir diese uns gegebenen Möglichkeiten.

Unser Gebetsleben befreit uns zum gottgewollten Leben und Wirken. Unser Text nennt uns dazu drei Gesichtspunkte: 1) Die Lebensaufgabe Gottes besteht darin, allen Menschen helfen zu wollen. 2) Durch Jesus Christus bekommen wir zu Gott eine lebendige und lebensnahe Beziehung. 3) Mit unserem Gebetsleben können wir uns für alle Menschen einsetzen.

 

1) Die Lebensaufgabe Gottes besteht darin, allen Menschen helfen zu     wollen. Vers 4: Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Das Heil Gottes zieht weite Kreise und will keinen ausschließen, sondern alle dabei haben. Gott will uns das Positive, das Gute, das ihm Wohlgefällige, das Reine, das Heile, das Ewige, die Herrlichkeit und Schönheit vermitteln. Normalerweise sind uns Menschen diese Lebensinhalte verloren gegangen. Aber Gott will sie uns immer noch vermitteln. Und er wäre nicht Gott, wenn er das nicht fertig brächte.

Gott will nicht das Negative, das Böse, das Missfallen, das Unreine, das Heillose, das Vergängliche, alle Niederträchtigkeiten und alles Hässliche. Die Bibel nennt uns den Teufel, den Satan, durch den solches oft im Leben vorherrscht. Er ist der Gegenspieler Gottes. Und niemals können wir solches Fehlverhalten Gott in die Schuhe schieben; ihn dafür verantwortlich machen. Wer das dennoch tut, trifft nicht die Wahrheit. Auch das ist eine teuflische Masche und List.

Auch wenn wir Menschen noch so sehr von Gott abgewichen sind, bleibt Gott die uns liebende Autorität. Und wer sich ihm öffnet, erlebt diesen liebenden Lebensstrom, der in sein Leben fließt. Das ist der Wille Gottes.

Man sagt: Des Menschen Wille ist sein Königreich! Wie wesentlich ist es dann, dass wir mit unserem Willen nach dem Willen Gottes fragen. Denn nur dann kann in uns etwas gut werden. Dann glätten sich unsere Lebenswellen. Dann wird unser Herz ruhig und fest. Dann kommt zusätzlich neuer Schwung in unser Leben. Dann rührt sich wieder das, das noch aus dem Paradies stammt. Dann werden auch unsere Lebensinhalte vom Guten und vom Gott-Wohlgefälligen bestimmt und wir dürfen für viele echte Vorbilder sein.

Es ist noch Gottes guter Wille vorhanden. Dieser spiegelt sich in den Menschen wieder, die sich ihm ergeben. Es ist zwar sehr schade, dass so viele Menschen dieses Angebot Gottes nicht nützen. Aber deshalb wird das Angebot Gottes nicht geschmälert. Es bleibt, solange die Erde steht. Es ist und bleibt die Lebensaufgabe Gottes, dass er allen Menschen helfen will.

 

2) Durch Jesus Christus bekommen wir zu Gott eine lebendige und     lebensnahe Beziehung! Vers 5f: Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst für alle zur Erlösung gegeben hat. Damit ist nicht der sog. Allversöhnung das Wort gesprochen. Sondern diese Erlösung gilt für alle, die sie annehmen. Gott, Jesus, selbst schließt keinen aus.

Das Erlösungswerk Jesu können wir in unsrem Leben nicht genügend bedenken, beachten und bedanken. Für die Erlösten ist es das Höchste und Größte geworden. Die Offenbarung des Johannes schwärmt davon in den höchsten Tönen. Kap 7: Eine große Schar stand vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern. Sie riefen: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt.... Sie sind aus der großen Trübsal gekommen und haben ihre Kleider im Blut des Lammes gewaschen und hell gemacht.... Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf ihnen die Sonne oder irgend eine Hitze lasten. Denn das Lamm wird sie leiten und weiden zu den Quellen des lebendigen Wassers und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen. Kap.14: Sie singen ein neues Lied, das sonst niemand lernen konnte, denn sie sind von der Erde erkauft. Kap.21f unterstreichen das noch einmal mit faszinierenden Worten.               So kümmerlich sich das in unserem Leben auch darstellt, so können wir hier nur staunen über Jesu Güte und Barmherzigkeit. Paulus geht an anderen Stellen so weit, dass er sagt: Alles, was uns Menschen normalerweise ein Gewinn ist, erachtet er als Kot, damit er nur diesen Christus gewinne.

Der Teufel bringt es für viele fertig, die Größe Jesu in den Dreck zu ziehen. Das geht hinein bis in die höchsten Stellen unserer Kirche. Aber für die praktizierenden Christen ist der Sachverhalt genau das Gegenteil. Denn Christus hat dem Teufel alle Macht genommen und das wahre Leben ans Licht gebracht.

Man fragt sich oft: Gibt es denn noch für uns Menschen eine Rettung? Ja, es gibt sie. In Jesus haben wir eine Lebensinstanz vor uns, die das Zeug dazu hat, alle unsere Probleme zu lösen. Dazu hat Jesus im Himmel und auf Erden alle Macht. Wer andere Lösungen anstrebt, erlebt Pseudolösungen, die doch irgendwann einmal zum Scheitern verurteilt sind. Alle anderen Lebenserfüllungen halten oft nicht das, was sie versprechen. Viele davon sind sogar wie Seifenblasen, die bei der ersten Schwierigkeit, die kommt, zerplatzen.

Jesus Christus ist die einzige Größe, die uns aus der Misere dieses Lebens herausholen kann. So lassen wir uns nicht mehr von den Boshaftigkeiten dieser Welt beeindrucken, sondern nur noch von dem Erlösungswerk Jesu. Vermehren wir nicht mehr das Böse, sondern nur noch das Gute. Dazu haben wir in unserem Alltag sehr viele praktische Gelegenheiten. Das Erlösungswerk Jesu ermöglicht uns eine positive Lebensweise. Das schaffen wir nur dann, wenn wir durch Jesus Christus eine lebendige und lebensnahe Beziehung zu Gott haben.

 

3) Mit unserem Gebetsleben können wir uns für alle Menschen einsetzen. Verse 1-3: Vor allen Dingen tue man Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserem Heiland.

Es ist oft nicht leicht, sich für die Menschen einzusetzen, wenn man so viel Gegeneinander und Boshaftigkeiten erfährt. Und doch ist es unsere Aufgabe. Wir haben dazu den Schutz und die Bewahrung Gottes. Denn letztlich scheitert nur der am Leben, der Böses vorhat und tut; und nicht der, der das Gute dagegensetzt. Gott eröffnet uns so viele Möglichkeiten, sodass wir die Kämpfe gegen etwas oder jemanden gar nicht mehr nötig haben. Das hat Christus für uns getan. Er hat das Böse überwunden. Nun stehen wir auf der Seite des Siegers, auf der Seite der Erlösten.

Es ist unsere Lebensaufgabe, uns für das einzusetzen und herzugeben, das uns Gott eröffnet. Mit der Fürbitte werden uns dafür die Augen geöffnet und der Weg bereitet und geleitet. Da bekommen wir die Liebe zu den Menschen geschenkt und all die Überwindungskräfte, die wir sehr nötig brauchen.

Wo einer gegen den andern kämpft, da werden so viele unglückliche Menschen produziert. Deshalb heißt es hier im Text: Damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Gerade durch die Fürbitte kehrt in uns und unter uns dies ein. Da kann man sehr vieles verkraften und aushalten und dazu noch positiv wirken und schaffen.

Wie oft sind auch wir innerlich aufgewühlt, aggressiv und boshaft. Da hilft oft nur: Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen. Das sind vier Hilfen für eine positive Lebensbewältigung, die sich alle in unserem Gebetsleben anbahnen. Mit unseren Bitten setzen wir uns für das erkannte Gute ein, das immer in Übereinstimmung zu den Verheißungen Gottes steht. Das Gebet verdeutlicht eine lebendige Lebensbeziehung zu Gott, das auch oft ein Ringen mit Gott ist. Mit der Fürbitte motivieren wir uns für ein rechtes Miteinander und Füreinander. Unsere Danksagung ist ein Zeugnis dafür, dass wir aus der Fülle Gottes zu schöpfen wissen, um davon austeilen zu können.

Vielleicht spüren wir, dass durch solch ein Gebetsleben unser Alltag positiv beeinflusst wird. Da fühlt man sich im Leben wieder wohl. Da kann man wieder aufatmen und durchatmen.

So ist es ein wesentlicher Aufruf an uns Christen: Mach aus allem, das dich bewegt, ein Gebet! Räumen wir unserem Gebetsleben den ihm gebührenden Platz ein und lassen wir ihm unsere größte Aufmerksamkeit zukommen. Luther hat gesagt: Der Schuster macht Schuhe, der Schreiner Möbel, so betet der Christ! Und: Neben dem Predigtamt ist das Gebet das zweitwichtigste Amt der Christenheit. Dabei gebrauchen wir die Großherzigkeit Gottes. Es verleiht uns Flügel, um alles mit den Augen Gottes betrachten zu können. Es greifen die Verheißungen und Segensströme Gottes.

Noch hält das Gebet diese Welt zusammen. Eine verschwindend kleine Minderheit praktiziert das, damit Menschen zur Wahrheit finden und die Erlösung Jesu annehmen. Dafür erbitten wir den Segen Gottes. In dieser Art und Weise können wir uns mit unserem Gebetsleben für alle Menschen einsetzen.

 

Wer viel betet, dem geht es nicht mehr um die Selbstverwirklichung, sondern um die Gottesverwirklichung. Das festigt unser Leben so stark, sodass wir positiv im Alltagsleben stehen dürfen. Nichts wirft uns mehr aus der Bahn Gottes. Es werden in unserem Leben die Kräfte Gottes freigesetzt. Und wir werden zum gottgewollten Leben und Wirken befähigt.  

 

Bruder Georg


 

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