Gedanken zum 2. Sonntag nach Epiphanias

(Unter "Gottesdienste" oder "download" erleben Sie die Gottesdienste der letzten 4 Sonntage.)

 


 

 

Predigt für den 2. Sonntag nach Epiphanias

                                                    über Johannes 2, 1-11,

                                                                 gehalten am 19.1.2003

                                                                                             in Augsburg, St. Jakob

Die Hochzeit zu Kana

„ Und am dritten Tage war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da.

 Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was geht's dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam - die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten -, ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie betrunken werden, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. “

 

                                                                        A.

„Was alles fehlt“, ist ein Buch überschrieben mit 12 Erzählungen aus dem täglichen Leben (David Wagner, Piper 2002). „Immer fehlt was“ ( FAZ, „Generation Grau“).- Was fehlt mir? Wo fehlt es bei Ihnen?-

Da fehlt Arbeit. Es fehlt an robuster Gesundheit. Hier fehlt Zeit.

Den jungen Leuten in den Erzählungen fehlt „der Sinn, das Geld, das Ziel, die Nähe“. „Immer fehlt was“: „das Vertrauen, das Zuhause“, „der Vater“, „das eigene Kind“, „der Halt“.

 

                                                                        B.

Hier fehlt Wein-: bei einer Hochzeit; bei einer riesengroßen Hochzeitsfeier mit vielen Gästen! Auch die Mutter Jesu ist dabei. Und, gerade erst von einer Reise nach Judäa zurückgekehrt, wurde auch Jesus mit einer ganzen Schar von Anhängern, die sozusagen bei ihm ´in die Schule gingen`, „Jüngern“, zwölf Mann, großzügig mit eingeladen.

Und nun ist das Fass leer. Im Weinkeller ist nichts mehr zu finden. Die letzten Tropfen rinnen aus den Karaffen.- Die Leute sitzen vor leeren Gläsern. Die Gesichter werden immer länger. Man schaut sich an, beginnt ´zu reden`: ´Das hätte doch nicht passieren dürfen! Eine völlige Fehlkalkulation! Da ist man eingeladen-; und jetzt gibt es nichts zu trinken! Unmöglich! Ein unverzeihlicher Fehler`.

Das ist eine Katastrophe für den Bräutigam und seine Familie.

Nicht nur, dass Wein fehlt. Sondern dass sie schuld sind. Dass sie daran nicht gedacht und nicht vorgesorgt haben. Wie peinlich.

Was kann man tun?- Offenbar nichts.

Man wird wohl alles überlegt haben. Es war wohl nicht möglich, in der Nachbarschaft Wein in der erforderlichen Menge ´aufzutreiben`.-

 

I.

Maria „sagte es Jesus“.

 

a) Vertrauensvoll wandte sie sich an ihn: ´Der Wein ist aus`. Du kannst Dir denken, was das heißt`.

Das zeigt, sie glaubte: „Er ist´s, der helfen kann“ ( EG 9,6 ).-

Wir ´machen es auch so`. Wir erfahren, was den Leuten fehlt,- und wenn wir selber nicht helfen können, sagen wir´s Ihm. Wie Maria. Das ist unsere Fürbitte. Wir denken an die Frierenden in der Ukraine, in Russland, denen Brennmaterial fehlt, deren Heizungen abgestellt sind. An die von einer Kältewelle in Indien Überraschten, die auf der Straße, weder zu einem schützenden Haus Zugang, noch ausreichende Kleidung haben. „Herr, erbarme dich.“

Wir denken an  die Politiker, denen eine hilfreiche Idee und ein klares Konzept fehlt, wie man des Terrors Herr werden könnte.

An Eltern und Lehrer, denen Autorität fehlt, Heranwachsenden Ordnungen beizubringen.

An Heime, wo den Patienten Pflegepersonal fehlt.

An Jugendliche, den Vorbilder fehlen. Und natürlich Arbeitsplätze.

An Einsame, die niemand haben, mit dem sie reden können.

An Unzufriedene, die keinen Blick für das Erfreuliche haben; denen Zuversicht und Lebensmut fehlt.

An Menschen, die Fehler gemacht haben und nun angeprangert werden.

An Kinder, die verwahrlosen, weil ihnen Zuwendung fehlt.

´Herr, Du weißt, was ihnen-, was uns fehlt. Erbarme Dich!`-

Die Mutter Jesu ist uns ein Vorbild darin, dass sie´s Jesus sagt: „ Sie haben nicht-“, was sie jetzt unbedingt bräuchten. Und niemand weiß, wie er es ihnen verschaffen kann.

Wir sagen´s Ihm auch: alles, was uns einfällt, was wir beobachten, was uns Sorgen macht, unser Mitleid erregt, uns unsere Ohnmacht spüren lässt.

´Mir fehlt Zeit für meine Aufgaben. Mir fehlt Kraft, das Nötige zu leisten. Herr, erbarme Dich!-

 

b) Aber dann kommt einem die Frage, ob Jesus sich um das alles kümmern kann. „Was alles fehlt“. An vielem sind wir selber schuld.

Da dürfte Er sagen: ´ Was geht mich das an? Was habe ich damit zu schaffen?`- Man wird doch wohl den Sohn Gottes nicht mit dem Problem befassen dürfen, dass bei einer Party Getränke ausgehen. Da muss man, bitteschön, selber vorsorgen.

So könnte man Jesu Antwort auffassen. ´Was habe ich mit diesem Kleinkram zu tun? Wenn „meine Stunde“ kommt, dann habe ich andere Aufgaben. Das hat keinen Berührungspunkt miteinander: die Aufrichtung des Reiches Gottes, und diese peinliche Situation, dass der Gastgeber übersehen hat, für die Zahl der Gäste eine angemessene Menge an Getränken zu besorgen. ´Liebe ` „Frau, was habe ich mit dir zu schaffen?“

 

II.

Und wie geht man nun mit der Frage um, ob das, worunter wir leiden, weil „immer was fehlt“, mit dem, woran Jesus gelegen ist, irgendetwas zu tun hat? Und mit der Erfahrung, dass, obwohl man es Ihm wiederholt gesagt hat, sich doch nichts ändert?

Im „Roman eines Schicksallosen( Imre Kertesz, Rowohlt 2002) berichtet der Ungar Kertesz von der verzweifelten Ungewissheit der in einer alten Ziegelei zusammen getriebenen Juden, die in irgendwelche „Lager“ transportiert werden sollten. Ein tätiger Rabbiner spricht mit feuchten Augen von Gottes ´unergründlichem Ratschluss`, von „Heimsuchungen“, gibt aber zu, „dass ´wir hienieden das Maß der Strafe vielleicht in Frage stellen mögen`- und seine sonst klare, tragende Stimme versagte ihm hier für einen Augenblick...Ich weiß nicht, warum ich da das merkwürdige Gefühl hatte, er habe ursprünglich eigentlich etwas anderes sagen wollen und seine Worte hätten ihn selbst ein bisschen überrascht...er...gestand, ´er wolle sich über nichts hinwegtäuschen“ (75). „Dabei rief er uns aber auf: ´Hadert nicht mit dem Herrn!`, und zwar gar nicht einmal nur deshalb, weil das eine Sünde wäre, sondern weil dieser Weg ´zur Verneinung des hohen Sinns des Lebens` führen würde und wir seiner Meinung nach ´mit dieser Verneinung im Herzen` nicht leben könnten.“ Es sei „schwer“, aber „doch der einzige Weg der Tröstung, auch in den Heimsuchungen die unendliche Weisheit des Allmächtigen zu erkennen, denn...´die Stunde Seines Sieges wird kommen...`und dieser Glaube möge in dieser Stunde der Prüfung unsere Stütze und der unerschöpfliche Quell unserer Kraft sein`“. Das sei „die einzige Art und Weise...., wie wir überhaupt leben könnten.“ „Ohne Hoffnung“ wären wir „verloren“. Und Hoffnung können wir „einzig aus dem Glauben schöpfen..., dass sich der Herr unser erbarmen werde“ (76).-

Die Mutter Jesu sagte dem verlegenen Personal im Hochzeitshaus, das nichts mehr an Getränken aufzutragen hatte: ´Auf das Wort Gottes kommt es an`. „Was auch immer Er euch sagt“,- haltet euch daran! „Tut es!“

Was man tun kann, wenn man sich in äußerster Verlegenheit befindet und die Antwort Jesu auf sein Flehen eigentlich nur so verstehen kann, dass Er sich im Augenblick damit nicht befassen will, ist: auf alles, was Er sonst sagt, genau zu achten und sich daran zu halten.-

 

Der junge Kertesz, der den Rabbiner inmitten der Gefangenen reden hörte, fand: „Seine Beweisführung, ich musste es zugeben, schien klar, wobei mir doch auffiel, dass er alles in allem nicht sagte, wie wir da eigentlich etwas Konkreteres tun könnten, und er war auch nicht recht imstande, denen mit einem guten Rat zu dienen, die ihn um seinen Meinung angingen: ob sie sich jetzt schon für die Reise melden oder lieber noch da bleiben sollten“ (76 f).-

Was tun, wenn Gottes Wort ´nichts hergibt` für das Problem, das gelöst werden muss?

Viele sagen: ´Ich habe mir gleich gedacht: der Glaube ´bringt hier nichts`, von Jesus ist nichts zu erwarten`. Sie suchen anderswo Rat.

Die Mutter Jesu aber empfiehlt: So nichtssagend, unpassend oder gar abweisend Seine Worte auch erscheinen mögen-, achtet genau darauf und haltet euch daran! „Was auch immer Er euch sagen wird, das tut!“

Der „einzige Weg der Tröstung“ „in dieser Stunde der Prüfung“ ist das unverbrüchliche Vertrauen, „dass sich der Herr unser erbarmen werde“.

In einer entsetzlich gesteigerten Notlage: unmittelbar vor dem Abtransport nach Auschwitz, sagte der Rabbiner, wie sich Kertesz jetzt erinnert: „die einzige Art und Weise...., wie wir überhaupt leben können“, ist in dieser Lage, uns an Gottes Wort zu halten und das Vertrauen ´nicht wegzuwerfen`.- Ein anderer jüdischer Schriftsteller, der das KZ überlebt hat, Elie Wiesel, hat übrigens festgehalten: ´Den Glauben an Gott haben im Blick auf Auschwitz nur solche verloren, die nicht dort waren. Dort konnte man ohne ihn nicht auskommen`.

 

III.

Aber zurück nach Kana, zur Hochzeit!- Maria hatte das Personal angewiesen: „Alles, was Er euch sagt, das tut!“- Und nun sagte Jesus tatsächlich etwas. Es war unerfindlich, was es mit dem Problem zu tun haben sollte, das gelöst werden musste. Es erschien fast absurd. Aber sie führten nun eben aus, was Er sie hieß.

Der Evangelist Johannes führt uns in einen fremden Kulturkreis ein. Er erwähnt die „Sitte der jüdischen Reinigung“! Das spielte im Judentum eine große Rolle. Im 2. Buch Moses kann man nachlesen, wie Priester und Leviten bei Dienstantritt immer wieder sich „mit Wasser waschen“ mussten, unbedingt, als „ewige Ordnung“ (30, 18 ff). Und wenn sich ein Jude irgendwie verunreinigte, durch Berührung mit Kranken, mit Gräbern oder sonstwie laut Gesetz, musste er sich und seine Kleidung und alles, womit er in seiner Unreinheit in Berührung gekommen war, waschen ( 3. Mose 13 ff ). Durch „Reinigungswasser“ konnte man sich „entsündigen“ (4. Mose 5).

Bei dem Hochzeitshaus standen 6 große Wasserbehälter, die jeweils 80 bis 120 Liter fassten. Steinbehälter schützten vor Verunreinigung besser als Tonkrüge. Der Zweck war klar,- Jesus ließ sie auffüllen.

Man hätte vermuten können, dass Jesus die Hochzeitsfeier abgebrochen und alle Gäste zu einem Buß- und Reinigungsritus aufgefordert hätte. Hiob hatte so etwas stellvertretend für seine erwachsenen Kinder getan, wenn sie feierten; denn er fürchtete, „sie könnten gesündigt...haben in ihrem Herzen“ (1,5). Zu einem Bußprediger hätte das gepasst: ´Schluss mit der Hochzeitsfeier! Jetzt beginnt ein Gottesdienst.`

 

Tatsächlich aber ´funktionierte` Jesus die großen Steinkrüge ´um`. Obwohl sie eindeutig der „Sitte der jüdischen Reinigung“ dienen sollten, ließ Jesus dem Küchenchef von dem frisch eingefüllten Wasser etwas zu trinken bringen. Er sollte ´versuchen`. Das war eine heikle Angelegenheit; denn die Reinigungsvorschriften waren kompliziert. Irgendwelche Verunreinigungen des Wassers mussten unbedingt vermieden werden.

Aber auf einmal schienen alle Vorschriften außer Kraft gesetzt. Aus den großen Steinbehältern ließ sich exzellenter Wein schöpfen. Keiner wusste, wie er hineingekommen war. Sechs mal 80 bis 120 Liter-, das reichte lange; da durften sogar noch weitere unerwartete Gäste dazu kommen.

Der Evangelist hält fest: Das war „das erste Zeichen, das Jesus tat.“ Es zeigte, wer Er ist, und was Er will.  „Er offenbarte Seine Herrlichkeit“. Seine Jünger kamen dadurch zum Glauben, bzw., wurden darin bestärkt.

Wie Er die Wasserkrüge umfunktioniert hat, so auch die Altäre. Ein christlicher Altar ist nicht mehr ein Steinblock, auf dem Opferblut fließt, sondern ein Tisch, an dem Wein ausgeschenkt und Brot gereicht wird. „Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist!“ Er erbarmt sich unser.

Kertesz beendet den Rückblick auf Auschwitz, Buchenwald und Zeitz mit den Worten: „auf meinem Weg, das weiß ich schon jetzt, lauert wie eine unvermeidliche Falle das Glück auf mich“ (287). Da „fallen alle Sorgen hin,/ zur Lust wird jede Pein;/ es wird erfreuet Herz und Sinn/ in diesem Jesulein“.-“Was Er euch sagt, das tut!“

 

Amen!

 

Pfarrer Dr. Wolfhart Schlichting

 

 


 

JOHANNES  2,1-11;   PREDIGT:

 

Die Hochzeit zu Kana:

„ Am dritten Tage war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was geht's dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam - die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten -, ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie betrunken werden, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. “

 

Jesus ist der Freudenmeister! Bei den menschlichen und weltlichen Angelegenheiten des Lebens gilt es, sich empor zu arbeiten. Und das geschieht oft in mühseliger Kleinarbeit des täglichen Lebens. Das gilt für die Schule, für die Berufsausbildung, für die Gründung eines Hausstandes und den Aufbau der Familie, für die Lebens- und Alterssicherung.

In den Glaubensangelegenheiten und unseren Erfahrungen mit Gott geht es anders herum. Da wird uns von Gott ein großer Batzen von geistlichem Gut anvertraut. Im nächsten Kapitel des Johannes Evangeliums wird „das“ unsere Neugeburt genannt. D. h. das todgeweihte, vielleicht schon verkorkste Leben, wird ausgetauscht mit dem Beginn des ewigen, herrlichen und seligen Lebens, das uns nur Gott schenken kann. Da gilt es zuerst einmal, sich damit vertraut zu machen, damit zu leben.

Kurz vor dem Predigtbericht beruft sich Jesus die ersten Jünger. Es waren für sie die ersten Tage ihre Nachfolge, in denen sie über die Größe und das Können Jesu das Staunen lernten. Am Schluss des Textes heißt es: "Jesus offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn!"

Jeder, der zum Glauben an Christus findet, erlebt zuerst einmal die Höhen des Glaubens. So ist das eine hohe Zeit; auch dazu könnte man sagen: eine "Hoch"- Zeit, eine " Hochzeit "!

In unserem Bericht fällt kein einziges frommes Wort. Aber ungefähr für dieselbe Zeit berichtet Matthäus die sog. Bergpredigt, die mit den Seligpreisungen beginnt. Da erleben die Jünger einen großen Batzen von geistlichem Gut, das ihnen für ihre Nachfolge anvertraut wurde.

Gott ist der fürs "Leben" da!!! Seine Botschaft und sein Wirken verhilft uns zum wahren Leben, das aber erst entdeckt werden muss. Es ist die Haupttäuschung des Versuchers, wenn er sagt: Genieße zuerst einmal das Leben. Zum Glauben hast du später genug Zeit. Was er dabei nicht sagt, das ist die Täuschung, die darin steckt. Denn der weltliche Genuss hält nur ganz kurze Zeit. Für die übrige lange Zeit ist das Begehren im Vordergrund, das Unerfülltsein, das Unglücklichsein und die Enttäuschung. Somit müssen sich die Exzesse des Genusses immer höher und krasser schrauben, und doch fällt man damit immer tiefer ins Unglück. Genau das Gegenteil ist bei Gott der Fall! Er ist für das wahre Leben da. Er vermittelt uns ein erfülltes Leben, das uns in der Tiefe eine Freude und Seligkeit vermittelt. Das gilt es, für jeden Christen, zu entdecken.

1) Es gehört zum Programm Jesu, dass sein Wirken auf diesem Fest beginnt. 2) Der Gast Jesu verwandelt sich insgeheim in den Wirt. 3) Durch das Erleben der Herrlichkeit und Größe Jesu wächst und reift unser Glaube!

 

1) Es gehört zum Programm Jesu, dass er sein Wirken auf diesem Fest beginnt! Jesus will nicht imponieren. Das ist ihm fremd. Das wissen wir von vielen anderen Berichten. Auch will er niemals, dass sich unser Glaube erübrigt. Denn nur der Glaubende bekommt solche Zeichen, die ihm den Wahrheitsgehalt der Glaubensaussagen bestätigen!

Eine Parallele zu unserem Bericht ist die Speisung der 4000 und 5000. Da wurde aus sehr wenigen Lebensmitteln sehr viel, sodass sie Jesus zum Brotkönig erkoren wollten. Hier in unserem Bericht wurde aus 600 Liter Wasser bester Wein. Ich denke, dass dies alle auf diesem Fest mitbekommen haben. Aber das Gewicht liegt darauf, dass es für die Jünger ein Zeichen für die Größe Jesu war. Mit Jesus erlebten Sie auf der 3-jährigen Wanderschafft noch viele, viele andere Zeichen von der Größe und dem Können Jesu.

Und das gilt für alle Jünger zu allen Zeiten, dass wir im Glauben Jesus als den allmächtigen und ewigen Herrn erleben. Damals war es eine zusammen gedrängte Zeit und ein ganz wesentlicher Abschnitt in der Heilsgeschichte Gottes. In unserer heutigen, jetzigen Zeit sieht das natürlich ganz anderes aus. Aber vom Inhalt her erleben auch wir Jesus als den allmächtigen und ewigen Herrn.

Wie bei den Jüngern damals läuft bei jungen Menschen das Glaubenslebens so ab, dass man ihre zuerst erlebten Erlebnisse fälschlicherweise mit Begeisterung beschreiben möchte. Aber es ist deshalb keine Begeisterung, weil bei der Botschaft Jesu gleich am Anfang die ganze Wahrheit enthalten ist. Bei den Seligpreisungen der Bergpredigt wird auch das Seligsein für die genannt, die zum Leiden und Sterben um des Glaubens willen bereit sind. Solch eine Botschaft hat bei einer normalen Begeisterungswelle keinen Platz. Wenn eine Werbeagentur werben würde: Komm zu uns, da lernst du das Leiden und Sterben. Diese Werbeagentur könnte Konkurs anmelden, der aber bei der Gemeinde Jesu nie stattfindet.

Johannes berichtet ja immer hintergründig oder tiefgründig. Beim Brotwunder folgert er die Einsetzung des Abendmahles, dazu auch der Wein gehört! So könnte dazu Jesus dieses Weinwunder vollbracht haben. Er tat es ja nur einmal als ein Zeichen. Und oft steht in der Schrift, dass er sein Blut für uns vergossen hat, damit wir die Erlösung bekommen. Und das geschieht beim Abendmahl. Da vervielfältigen sich in unendlichem Maß seine Kräfte und seine Macht. Dagegen sind die 600 Liter nur ein ganz, ganz kleines Zeichen seines Handelns. Jeder Gläubige, der zum ersten Mal diese Erlösungskräfte Jesu erlebt, für den ist diese Phase seines Lebens eine hohe Zeit. So gehörte es zum Programm Jesu, dass sein Wirken mit solch einem Fest beginnt.

 

2) Der Gast Jesu verwandelt sich insgeheim in den Wirt! Das geschieht überall dort, wo Jesus eingeladen und eingelassen wird. Ein uns bekanntes Tischgebet drückt das klar aus: "Komm, Herr Jesu, sei unser Gast, und segne, was du uns aus Gnaden bescheret hast!" Für einen Gläubigen gilt diese Bitte nicht nur fürs Essen, sondern für den Ablauf des ganzen Lebens. Denn wir wissen, dass sich Jesus sehr schnell insgeheim in den Wirt verwandelt, in den Herrn unseres Lebens und Wirkens! Alle, die ganz ernstlich Jesus nachfolgen, erleben auf ihre Weise die Kyrios- Gestalt Jesu. Das ist das Amen der Kirche, das Amen aller Gläubigen. Sie können nur bekennen: "Das ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort!" (1. Timotheus 1,15).

Obwohl sich bei uns im Goldenen Westen viele Schwierigkeiten auftürmen: Arbeitslosigkeit; Armut auf hohem Niveau; und damit verbunden viele Nöte. So leben wir doch verglichen mit der ganzen Weltbevölkerung mit den Katastrophen, dem Hunger, der Heimatlosigkeit und vielen Krankheiten noch sehr, sehr gut. Aber der Wohlstand lässt auch uns leer und unzufrieden. Er befriedigt uns nicht in der Tiefe unseres Herzens. Wie der Zachäus spüren auch wir, dass es im Leben noch etwas Besseres und Höheres geben muss. Wohl dem, der da zu Jesus findet und ihn in sein Leben herein bittet. In Offenbarung 3,20 bietet uns Jesus an: "Siehe, ich stehe vor deiner Tür und klopfte an. Wenn du meine Stimme hören und die Türe auftun wirst, dann werde ich zu dir hineingehen und das Abendmahl mit dir halten und du mit mir!"

Wer Jesus als den Fresser und Weinsäufer beschuldigt, der hat seine Botschaft und sein Wirken noch nicht begriffen. Wer die Gemeinde als üppige Schmarotzer und irrige Idealisten bezeichnet, der hat noch keinen wahren Durchblick. Dass wir Jesus sehr nötig brauchen, ist kein Armutszeugnis. Sondern das hat etwas mit der reellen und wahren Lebensbewältigung zu tun. Denn gerade Jesus befähigt uns zur rechten Lebenseinschätzung und zur wahren Verantwortung. Wir werden durch ihn so reich beschenkt, sodass wir sehr fruchtbringend im Leben stehen können. Wir erleben mit ihm eine Lebensquelle, durch die auch unser persönliches Leben reichlichst überfließt! Der Gast Jesu verwandelt sich insgeheim in den Wirt!

 

3) Durch das Erleben der Herrlichkeit und Größe Jesu wächst und reift unser Glaube. Eine 3- jährige Wanderschaft, in der die Jünger standen, ist schnell vorüber. Danach kam für die Jünger die Bewährung ihres Glaubens. Dann galt es, das bis jetzt mit Jesus Erlebte, selbst zu leben; im täglichen Leben ein- und umzusetzen; für Andere solch ein Zeuge Jesu zu sein. Was dabei für die damaligen Jünger galt, das gilt auch für uns. Es ist die Zusage Jesu, Matthäus 28: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden... Denn siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!"

So sind wir Überwältigte in Glaubensangelegenheiten. Da kann kommen, was will, nichts kann uns mehr vom Weg der Nachfolge abbringen.

Jesus sprach einmal im Gebet zu seinem Vater einen Lobgesang, Matthäus 11: "Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dein Geheimnis den Weisen und Klugen verborgen hast, und hast es den Unmündigen offenbart!" Und im selben Atemzug spricht er zu seinen Nachfolgern, Jüngern: "Kommt her zum mir, alle, die ihre mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken!... So werdet ihre Ruhe finden für eure Seelen!" D. h. wer die Mühsalen und Lasten des Lebens trägt, - "Müheseligen und Beladenen"- , und dabei in der Verbindung zu Jesus bleibt, der führt zwar nach der Meinung der Allgemeinheit ein nicht erstrebenswertes Leben, - "sie werden als die Unmündigen verschrieen" -. Aber nach der Meinung Jesu führt er ein herrliches, erfülltes, frohes und reich gesegnetes Leben. Dabei sind wir immer die reich Beschenkten, Erfüllten und Beglückten.

So etwas bezeichnet man als das Geheimnis des Glaubens. Es bleibt allezeit ein Geheimnis, aber es wird mit zu "unserem" Geheimnis!

"Mühseligen und Beladenen": Das gilt für die eine Seite unseres Lebens. Damit stehen wir voll im Leben, voll im Dienst und Einsatz! "Erquickten, Erfüllten und Beschenkten": Das gilt für die andere Seite dieses unseres Lebens! Damit erfahren wir die Wirklichkeit Gottes mit den vielen Stützen und Reichtümern des Glaubens! Dabei ist nach Hebräer 12: „Jesus der Anfänger und Vollender unseres Glaubens!“ Und diese Erlebnisse helfen uns wieder für unseren Alltag. So wächst und reift unser Glaube.

 

Jesus ist der Freudenmeister! Mit Jesus wird uns ein großer Batzen von geistlichem Glaubensgut anvertraut. Wir erleben die Höhen, die hohen Zeiten des Glaubens. Wer das entdeckt und sich damit beschenken lässt, wird zum wahren Leben befähigt. Auch wenn das normalerweise bei den Menschen nicht erstrebenswert ist. So ist es doch für uns das Höchste und Größte, das wir mit Jesus erleben. Davon lassen wir uns nicht mehr abbringen. Deshalb stehen wir gerne in der Jesus-Nachfolge.

 

Bruder Georg


 

RÖMER 12,9-16;    PREDIGT:

 

Das Leben der Gemeinde:

Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug. “

 

Ab Römer 12 nennt Paulus die Auswirkungen der Gnade Gottes in unserem Christenleben. Am Anfang dieses Kapitels heißt es: „Gebt eure Leiber hin als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst!“ Und unsere Verse sind nur ein kleiner Ausschnitt aus einer größeren Aufzählung.

||: „Wie lebt eine Gemeinde?“ :|| Es sind hier Ideale genannt, die normalerweise nicht gelebt werden:  herzliche, brüderliche Liebe; gegenseitige Ehrerbietung; fleißiges Arbeiten; sich der Nöte annehmen; Gastfreundschaft üben; auch die segnen, die uns verfolgen; sich zu den Geringen herunter halten. Und mit all dem dienen wir unserem Herrn Jesus Christus.

Das sind nun keine menschlichen Ideale, sondern göttliche, gottgewirkte Ideale. Diesen Unterschied müssen wir allezeit beachten, erlernen und ausleben. Dazu sind wir rein menschlich nicht veranlagt. So gilt es, diese göttlichen Ideale immer wieder zu ergreifen, ihnen unser Leben zu unterstellen. Ja, es ist noch grasser, so wie es Luther bei der Auslegung zur Taufe sagt: Wir sagen uns täglich von den menschlichen Idealen ab. Ebenso täglich geloben, befehlen wir uns den gottgewirkten Idealen an. Dann, nur ||: dann geht die Herrlichkeit Jesu Christi in unsere Armut ein und verwandelt uns! :||

Diese Ideale der Gemeinde wollen viele. Denken wir als Beispiel dafür an den Kommunismus. Aber den Weg dazu wollen die wenigsten. Es geht nur über das täglich praktizierte Leben mit Jesus Christus. Und dazu sind leider Gottes nur wenige bereit. Es ist eigentlich schade, dass die Menschen normalerweise nicht die Inhalte, die Schätze des Evangeliums erkennen. Wie blinde Menschen stoffeln sie daran vorbei. Und die Christen werden als die eigenartigsten Menschen angesehen; und die Gemeinde als eine eigenartigste Gruppe. Nur die Insider, wir Christen selbst, die wir dieses Leben mit Jesus Christus wagen und ausleben, haben sehr viele großartige Erlebnisse. Dadurch wird unser Leben von den göttlichen Idealen ausgefüllt. Es sind alles Geschenke, die uns Gott gratis, umsonst, gibt. Darüber werden wir zu sehr dankbaren Menschen.

So können wir nicht mehr nach dem allgemeinen Chema und Idealen leben. So können wir nichts mehr Selbstherrliches und auch Niederträchtiges tun. Sondern wir geben unser Leben wahrhaftig als ein Opfer hin, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Weil das Jesus als ein Dienst an ihn annimmt, so ist dieses Verhalten der vernünftige Gottesdienst.

„Wie leben Christen?“ 1) Gott schenkt uns eine ungeheuchelte Liebe. 2) Wir werden von den Tugenden Christi geprägt und bestimmt. 3) Mit Wachheit, Zuwendung und Hingabe stehen wir im alltäglichen Betätigungsfeld unseres Lebens.

 

Wie leben Christen? 1) Gott schenkt uns eine ungeheuchelte Liebe. Vieles, was Gott will und mit uns vorhat, das ist nur von dieser Liebe her zu verstehen, die Gott uns gegenüber aufbringt. Diese Liebe, „Agape“, erfahren wir in unserem Leben mit Jesus Christus. Daraus entwickelt sich eine Liebesbeziehung sondergleichen. Sie bildet das Fundament unserer Tage, unserer Beziehungen und unserer Dienste. Alles andere ist dem untergeordnet.

Letztlich steht dann Jesus an erster Stelle meines Lebens. Zu ihm stehe ich im ständigen Kontakt. Mit ihm bespreche ich alles. Seinem Vorbild eifere ich nach. Von ihm bin ich fasziniert. Um seinetwillen bin ich zu allem bereit. All mein Suchen, Begehren und meine Liebe gelten ihm allein. Hier darf sich nichts anderes und kein anderer einmischen, sich dazwischen schieben oder mir den Rang ablaufen.

Das alles geschieht aber nicht von selbst. Es ist ein tägliches „Sich- Angeloben“ an ihn; und „Absagen“ von allem anderen. Das dürfen wir uns an jedem Morgen neu vornehmen, aktualisieren und davon bestimmen lassen. Da ist unsere tägliche Einwilligung gefragt. Täglich unterstellen wir unseren Willen dem Willen Jesu. Täglich stehen wir in der Absprache und Rücksprache mit ihm.

Je mehr wir das praktizieren, umso mehr kommt die Gottesruhe in unser Herz und bildet ein tragfähiges Fundament. Dann sind wir nicht mehr aufgekratzt, unwirsch, hartherzig, missmutig oder gar brutal. Dann hat wahrhaftig Jesus seine Zweitwohnung in uns eingerichtet. Und wir können ihm ganz zur Verfügung stehen.

Was tun wir, wenn Schwierigkeiten, Nöte, Anfechtungen udgl kommen? Manche flüchten sich ins Vergnügen und geraten in falsche Abhängigkeiten. Manche lassen sich gehen und gehen dabei unter. Manche werden vom Ehrgeiz gepackt und stürzen sich in die Arbeit und schlagen um sich, sodass die Fetzen fliegen. Manche benützen die Ellenbogentechnik und wollen alles an sich reißen. Christen kennen da eine total andere Praxis, auf die wir in Punkt zwei näher eingehen. Sie stehen in dem „Verborgenen Leben mit Jesus Christus“. Das trägt sie auch durch die schlechten Zeiten hindurch. Christus schenkt und vermittelt uns auch darin die ungeheuchelte Liebe. So können wir alle Situationen im Sinne Gottes durchgehen.

 

Wie leben Christen? 2) Wir werden von den Tugenden Christi geprägt und bestimmt. Die Tugenden Christi sind z.B. in Galater 5 als die Früchte des Geistes bezeichnet: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Keuschheit. Oder in den Seligpreisungen, Matthäus5, wird vieles davon angesprochen: das rechte Besitzen und Gebrauchen alles Irdischen; das Erleben von Trost, Erfüllung, Reinheit, wahre Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Frieden; wir dürfen Gott schauen, Gottes Kinder sein und den Himmel Gottes besitzen. Noch viele andere Bibelstellen gibt es dafür.

Es findet wahrhaftig in unserem Leben eine Neugeburt statt, wodurch wir zu einer „Neuen Kreatur“ heran wachsen und heran reifen. Dazu benötigen wir viele Erfahrungen, Lernprozesse und Wachstumsstufen. Das hat dann sehr viele Auswirkungen auf uns selbst und für unsere Beziehungen zum gesamten Umfeld unseres Lebens: zum Menschen, zum anderen Geschlecht, zum Geld, zum Besitz, zur Zeiteinteilung, zu den Idealen und zum Glück.

Da haben wir es nicht mehr nötig, uns selbst in Szene zu setzen. Sondern wir eifern dem nach, was uns Jesus vorlebte und als Verhaltensweisen mit auf unseren Weg gibt. Damit haben wir so viel zu tun, sodass es uns nie langweilig wird und Gott unser Leben gebrauchen und für seine Sache einsetzen kann.

Wenn wir wie bei einem Trafo primär an Christus angeschlossen sind, dann kann eben sekundär volle Schaffens- und Lebenskraft fließen. Das bleibt nicht aus. Als Christen spezialisieren wir uns auf beides: Anschluss an Christus + volle Kraft im Alltag. Beides ist uns wesentlich und wichtig. Dann prägen und bestimmen uns die Tugenden Christi.

 

Wie leben Christen? 3) Mit Wachheit, Zuwendung und Hingabe stehen wir im alltäglichen Tätigkeitsfeld unseres Lebens. Als Christen leben wir nie umsonst. Denn Christus stellt uns in eine ganz bestimmte Aufgabe, die wir ausführen dürfen und auch können. Er verlangt nicht mehr, aber auch nicht weniger. Jeder darf sich an seiner Stelle ganz einbringen und ganz einsetzen. Jeder darf sich seiner Verantwortung ganz bewusst sein. Keiner muss dem anderen ins Amt greifen. Keiner muss auf den anderen neidisch sein. Wir müssen uns aber auch nicht vom anderen beherrschen und bestimmen lassen. Das „Alles“ wäre eine Verarmung des gemeinsamen Lebens.

So ist in einer Gemeinde alles wohlweislich geordnet und auf verschiedene Schultern aufgeteilt. Auch wenn wir die ideale Form nie erreichen, so dürfen wir doch die Kunst des rechten Zusammenlebens erlernen. Es ist nicht die Kunst gemeint, dass wir es allen recht machen. Diese Kunst kann keiner. Aber jeder bringt an seiner Stelle das ein, was ihm möglich und von Gott gegeben ist. Auch dafür gibt uns Gott eine starke Führung, ein Geführt- Werden. Da staunen wir immer wieder, wie Gott seine Zusagen und Verheißungen auch erfüllt. Jemand hat dazu gesagt: ||: „Gottes Mühlen mahlen langsam, aber trefflich fein!“ :||

Gott selbst sorgt dafür, dass seine Sache weiter geht. Dafür sind wir nicht seine Rechtsanwälte. Da müssen wir nicht Gott unter die Arme greifen, damit sein Wille geschieht. Das tut er schon selbst, zielstrebig und vollmächtig. Unsere Aufgabe besteht darin, in aller Treue das auszuführen, was uns zu tun möglich ist. Da dürfen wir morgens voller Spannung aufstehen und mit voller Erwartung und Bereitschaft das zur Zeit Anstehende anpacken und erledigen. Sehr vorsichtig und behutsam gehen wir das an, was mit unserem Nächsten zu tun hat. Allezeit haben wir im Hinterkopf die Gebote im Sinn, die uns viele Hilfestellungen geben. Immer fragen wir danach, was jetzt Jesus tun und wie er sich verhalten würde. Innerlich dynamisch und elastisch setzen wir uns dafür ein, was momentan möglich ist. Alles andere überlassen wir getrost Gott und stellen es ihm anheim.

In dieser Haltung tun wir nichts umsonst. In dieser Haltung erleben wir erfüllte und ausgelastete Tage. In dieser Haltung können wir uns ganz einbringen und unser Leben kommt zur gottgewollten Vollendung. In dieser Haltung erhebt uns Gott zu einer Größe, weil wir die ganze Bereitschaft zum Dienst, zum Dienen aufbringen. Da schauen wir nicht mehr auf menschliche Ehre, Glanz und Pracht. Es genügen uns die Schätze und Reichtümer, die uns Gott zukommen lässt. Diese sind so überwältigen groß, sodass wir nie an ein Ende kommen. Die einzige Vorausbedingung dazu besteht in unserer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus. Täglich neu dürfen wir diese knüpfen. Dann können wir mit Wachheit, Zuwendung und Hingabe im alltäglichen Tätigkeitsfeld unseres Lebens stehen.

 

„Wie lebt eine Gemeinde?“ Als Christen erleben wir die Ideale Gottes, die wir täglich ergreifen und ihnen unser Leben unterstellen. ||: Dann geht die Herrlichkeit Christi in unsere Armut ein und verwandelt uns! :|| Als die Insider haben wir großartige Erlebnisse, die wir nicht mehr vermissen möchten. So leben wir als sehr dankbare Menschen, die wissen, wie man aus dem Reichtum und den Schätzen Gottes lebt.

  

Bruder Georg


 

 

Weitere Predigten finden Sie auf der Homepage von Bruder Georg:     Hier!