Gedanken zum 2. Sonntag nach Epiphanias

(Unter "Gottesdienste" oder "download" erleben Sie die Gottesdienste der letzten 4 Sonntage.)

 


 

Predigt für den 2. So. n. Epiphanias,

                                             über Römer 12, 4-16,

                                                                  gehalten am 18.1. 2004

                                                                                                in Augsburg, St. Jakob

 

„ Wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir viele ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied, und haben verschiedene Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß. Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er. Ist jemand Ermahnung gegeben, so ermahne er. Gibt jemand, so gebe er mit lauterem Sinn. Steht jemand der Gemeinde vor, so sei er sorgfältig. Übt jemand Barmherzigkeit, so tue er's gern. “

Das Leben der Gemeinde:

„ Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug. “

 

                                                                              A.

Erst seit ich mir bei einem Unfall einen Finger gebrochen habe, bin ich auf das Wunderwerk der Finger und Hände aufmerksam geworden. Wenn auch nur etwas so Nebensächliches wie der Ringfinger der linken Hand ´nicht mehr mitmacht`, bekommt man zu spüren, was man alles ´nicht mehr kann`: was man nicht mit der gewohnten Sicherheit anfassen, festhalten, ziehen, heben kann. Ähnlich verhält es sich mit jedem Glied oder Organ des Körpers, das ausfällt oder erkrankt: Es fehlt im Zusammenspiel des Ganzen. Was sonst ´reibungslos lief`, wird mühsam und schmerzhaft. Man ist ´behindert`.

Wenn man sich bewusst macht, wie viele kleinste Teile und unterschiedliche Funktionen in einem gesunden Körper mühelos zusammenspielen, kann man nur staunen. Versuche, derart komplizierte Konstruktionen nachzubilden scheitern oft.

                                                                            B.

Nun stellte der Apostel Paulus im 12. Kapitel des Römerbriefs eine gewagte, fast unglaubliche Behauptung auf: Er sagt: „Wie“ die staunenswerte Balance, das Gleichgewicht, das reibungslose Zusammenspiel des komplizierten Organismus eines gesunden Körpers, „so“ funktioniert auch die Gemeinde. „So“ wirken ´wir` zusammen. Ebenso reibungslos. Ebenso perfekt, staunenswert, wunderbar. „Ebenso wie wir an einem Leib viele Glieder, diese Glieder aber keineswegs alle die gleiche Funktion haben, so sind wir“ , „wir vielen, in Christus ein Körper“ und wirken zusammen wie Glieder oder Organe.

I.

Das ist ein Idealbild von Gemeinschaft. So sollten eigentlich die Bürger zusammenhalten und zusammenwirken, forderte Menenius Agrippa im Alten Rom. So versucht ein Trainer seine Mannschaft zum Zusammenspiel zu bewegen. So wollen Parteiführer ihre Leute zusammenhalten. So reden Vereinsvorsitzende ihren Mitgliedern ins Gewissen.- Mit wechselndem Erfolg.

Denn noch viel schneller, als ein Körper erkrankt, werden Mitglieder einer Gemeinschaft uneinig. Das ist nicht verwunderlich bei so viel unterschiedlichen Begabungen, Interessen und Schwerpunktsetzungen. Es gibt zahllose Reibungspunkte. Dann ´knistert es` auf einmal beim Zusammenwirken. Es ´läuft` nicht mehr gut.- Oder eines Tages ´stimmt  die Chemie nicht mehr`, wie man sich ausdrückt, wenn nicht vernünftig zu begründende, aber auch nicht zu behebende Störungen eintreten.

Dass eine Gemeinschaft unterschiedlicher Personen so reibungslos zusammenwirkt wie ein gesunder Organismus, gelingt nur selten und meist nicht dauerhaft.

 

Paulus aber behauptet: Bei ´uns` gelingt es. „Wir vielen sind ein Leib in Christus und sind untereinander verbunden, wie die Glieder“ eines Körpers. Unsere Gemeinschaft funktioniert. Sie ist gesund.

Können wir diese Aussage für unsere Gemeinde in Anspruch nehmen? Können wir im Ernst behaupten: ´Woran Trainer von Mannschaften hart arbeiten, worum Vereins- und Parteivorsitzende sich zäh bemühen-, bei uns gelingt das mühelos. In unserer Gemeinde ist dieses Ideal von Gemeinschaft verwirklicht: „wie“ ein gesunder Organismus`?

 

Bevor wir beschämt abwinken und sagen: ´Natürlich nicht. Bei uns ´knirscht es `da und dort. Manche unserer guten Mitarbeiter kommen mit anderen nicht gut aus. Es gibt Verstimmungen, Ärger. Es „menschelt“ auch hier. Das merkt  jeder. Wir sind auch nicht besser, als andere`-, bevor wir so weit zurückstecken, sollten wir beachten, welche Bedingungen Paulus nennt.

 

Die Gemeinden bestanden ja zu seiner Zeit nicht aus einer anderen Art von Menschen als heute. Das Neue Testament verschweigt nicht, dass  es auch damals zu Reibungen und Konflikten kam. Aber das hat Paulus nicht veranlasst, auch nur ein Wort der großen Verheißung zurückzunehmen, dass „wir“, die Gemeinde, „in Christus“ das darstellen, was sonst nur ein für die Dauer nie erreichbares Ideal bleibt. „Wir sind“ das: dieser gesunde Organismus.

Denn jedem von uns ist „die Gnade gegeben“, und zwar, sozusagen in unterschiedlichen Rationen. „Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist“. Das heißt: Was uns voneinander unterscheidet, stört nicht. Wir stehen alle unter dem Wohlwollen-, unter dem „Wohlgefallen“ Gottes und sind darauf angewiesen, dass Er uns ´gnädig` ansieht, nachsichtig, liebevoll.

Tatsächlich ´kehrte` Paulus die Reibereien und Konflikte, die in den Gemeinden auftraten, in seinen Briefen nicht ´unter den Teppich`. Er sprach vielmehr offen davon. Was er von der „Gnade“ sagt, ist also nicht wie eine glatte Decke, die man über einen zerschlissenen Sofa-Überzug breitet.

 

II.

Die ganze Epistel dieses Sonntags ist vielmehr eine Anweisung, was man tun kann, und was man tun muss, damit die Gemeinde das, was ihr verheißen ist, wirklich werden und bleiben kann.

Dass aus einer Ansammlung einigermaßen ´schwieriger` Menschen ein gesunder Organismus wird, in dem alle wie Glieder eines Körpers zusammenwirken, ist nicht weniger wunderbar, als dass bei der Hochzeit in Kana aus gewöhnlichem, abgestandenem Wasser durch Jesus köstlicher Wein wurde, und das Fest ´gerettet ` war.

Ganz von selbst ergibt sich das nicht.- Wie jeder Organismus ist auch die Gemeinde störanfällig. Für die Gesunderhaltung muss man ´etwas tun`.

 

Jeder Mensch äußert sich, redet, bewegt sich, tut etwas.

Auch jeder von der Gnade Gottes berührte, vom Geist Christi bewegte Mensch äußert sich auf seine Art, tut, was er kann.

Damit das nicht zu störenden, schmerzlichen Reibungen führt, muss man nach Paulus folgendes beachten.

Erstens, jeder tut, was er kann. Er beschränke sich auch darauf. Wer einen Dienst übernimmt, tue diesen Dienst. Er tue ihn mit Sorgfalt, Treue und Hingabe. Aber er fühle sich nicht berufen, Urteile darüber abzugeben, wie andere ihre Aufgaben erfüllen.

Die Bedingung dafür, dass die unterschiedlichen Funktionen konstruktiv zusammenwirken, ist, dass jeder seinen Dienst in seiner Begrenztheit sieht und nicht mit dem Ganzen verwechselt.- „Wer lehrt“,- wer seinen Kindern etwas beibringt, im Kindergottesdienst mitarbeitet, Glaubensgespräche führt, im öffentlichen Gottesdienst die Bibel auslegt-, der tue es nach bestem Wissen und Gewissen.- Und wer seelsorgerlich tätig ist: Verzagte und Verzweifelte tröstet und Leichtsinnige ermahnt,- der tue diesen Dienst. Er hat damit genug zu tun.

 

Zweitens kommt es darauf an, dass bei allem, was man tut, die innere Einstellung ´stimmt`. Da muss man immer sehr selbstkritisch und wachsam sein. Allzu leicht schleichen sich Nebengedanken und Nebenabsichten ein. Sie sind wie Infektionen, die das gesunde Funktionieren des Organismus stören.- Es liegt z.B. nahe, dass, wer viel spendet, auch viel mitreden, und wer sich sehr einsetzt, auch mitbestimmen möchte. Aber Paulus sagt: Zur Gesunderhaltung des Leibes Christi gehört es, dass „wer etwas gibt“, dies „mit Einfalt“, also ohne Nebenabsichten tut: dass er ´einfach` Gott etwas schenkt, ´opfert`; „mit lauterem Sinn“, heißt es in unserer Übersetzung.

Und wer irgendeine Leitungsfunktion innehat, sorge sich nicht darum, ob er gebührend gewürdigt wird, sondern tue „mit Eifer“ und Sorgfalt, was getan werden muss.

Und wenn jemand seine Aufgaben nicht „mit Lust“ und Liebe erfüllt, krankt der Leib Christi. Wenn man ´aus lauter Barmherzigkeit` etwas tut, sich selbst dabei bedauert, sich ausgenützt fühlt-, das taugt nicht für die Gemeinde.

 

Denn, drittens, alle Glaubensäußerungen müssen ´echt` sein.

Es kann jemand sich wunder was einbilden und „Prophet“ ´spielen`, aber es kommt nicht von Jesus, geht nicht aus dem „Glauben“ hervor, sondern aus Phantasie und Geltungsbedürfnis. Das ist dann wie der Knochen eines Fingers, der an dem anderen reibt, so dass der Finger nicht zu gebrauchen ist, weil das Gelenk nicht funktioniert, bzw., zerstört ist.

Prophetie muss „dem Glauben gemäß“ sein.

 

Alles, was in der Gemeinde geschieht, ist nur dann konstruktiv, wenn es aus „Gnadengaben“ hevorgeht, wenn die Motivation das wache Bewusstsein ist, dass nur die Gnade Christi einen instandsetzt, seinen Beitrag zu leisten. Nicht aus eigener Berechnung-, „haltet euch nicht selbst für klug“-, sondern gedrängt vom Geist Christi, tut man, was man kann.

Die geistlichen Begriffe müssen gelebte Wirklichkeit sein. Was wir unternehmen, muss von Gott kommen, und nicht eigene Bemühung sein.

Also, ´wirklich „Liebe“`, nicht nur die Bemühung, freundlich zu sein.

Wirklich „herzlich“, „ohne Falsch“. Und wenn man sich gegenseitig den Vorrang einräumt, soll das nicht nur eine halbe Höflichkeitsübung sein, sondern aus der Wertschätzung erfolgen, die jemand verdient, für den Jesus sein Leben eingesetzt hat.

 

Man muss fortwährend darauf achten, dass das lebendig bleibt.

Daher mahnt Paulus: „Haltet an am Gebet“. Man kann es nur von Gott erbitten, muss es aber auch wirklich von Gott empfangen wollen: dass der Eifer jeden Tag erfrischt wird und keine Trägheit sich breit macht; dass die Hoffnung nicht verblasst, sondern so stark bleibt, dass wir mitten im Betrüblichsten wirklich „froh“ sein können. „In Dir ist Freude/ in allem Leide.“ Daran zeigt sich, ob wir „dem Herrn dienen“, oder unter Belastungen seufzen.

Der frühere Bundespräsident sprach einmal von einem „Ruck“, der durch das Land gehen müsste. Er meinte damit eine Entschiedenheit, etwas zu wollen. Wenn man `sich selbst einen Ruck gibt`, hält dies nicht lange an. Wenn wir jeden Tag beten: „Dein Wille geschehe“, auch an uns, auch durch uns, dann erbitten wir diesen „Ruck“ von Gott: Bewege uns dazu, dass wir uns um die „Nöte“ anderer von Herzen annehmen; dass wir mitfühlend werden; dass wir uns nicht durch Undankbarkeit oder sogar Feindseligkeit ´aus der Liebe herausbringen` lassen und gleichgültig oder ebenfalls feindselig werden. Bewege uns dazu, uns nicht selbst zu überschätzen oder zu wichtig zu nehmen. Mache uns demütig.

 

                                                                         C.

In Düsseldorf, lese ich, wird z.Zt. ein vor 100 Jahren geschriebenes Theaterstück von Maxim Gorki aufgeführt, aus dem alles Klassenkämpferische gestrichen ist. Ein Kritiker schreibt: Es ist „ein Stück von heute“ geworden ( FAZ, 13.1.2004, 33). Zu Beginn „brennt Warwara, Bassons junge Frau, während sie sich, ihm den Rücken zugewandt, träge traurig die kahlen Wände entlang drückt, einfach Streichhölzer ab.- Die äußere Leere ist, so wie sich die Eheleute zueinander verhalten, auch Ausdruck der inneren“. „Eisig flirrt die Kälte zwischen ihnen“. Ein Bild der „Beziehungslosigkeit der Menschen.“ Und so geht das Stück weiter. „Keiner hat mehr die Energie, einen sinnvollen Zusammenhang herzustellen“. „Nichts passiert: ein Szenengeflecht aus Ängsten und Begegnungen, Aggressionen und Befindlichkeiten, Gemeinheiten und Einsamkeiten, Gleichgültigkeiten und Eifersüchteleien, Hysterien und Depressionen, Hilf- und Rücksichtslosigkeiten, Peinlichkeiten und Zaghaftigkeiten, Projektionen und Zynismen. Minitragödien fast im Minutentakt.“

Hier ist, was eigentlich wie ein gesunder Körper funktionieren sollte, restlos zerfallen. Paulus sagt: Durch Gottes Gnade ist es bei uns anders. Nicht deswegen, weil wir etwas Außergewöhnliches leisteten. Sondern dadurch, dass wir uns in dem, was ohnehin zu tun ist, durch das, was wir ohnehin glauben, einen „Ruck“ geben lasen: „nicht durch gute Werke“, die wir vollbrächten, sondern „allein durch den Glauben“, indem wir diesen ernst nehmen, also „anhalten am Gebet“ und uns das Erbetene von Gott wirklich schenken lassen wollen, nach Seiner Verheißung.

 Amen

Pfarrer Dr. Schlichting

 


 

JOHANNES  2,1-11;   PREDIGT:

 

Die Hochzeit zu Kana:

„ Am dritten Tage war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was geht's dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam - die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten -, ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie betrunken werden, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. “

 

Jesus ist der Freudenmeister! Bei den menschlichen und weltlichen Angelegenheiten des Lebens gilt es, sich empor zu arbeiten. Und das geschieht oft in mühseliger Kleinarbeit des täglichen Lebens. Das gilt für die Schule, für die Berufsausbildung, für die Gründung eines Hausstandes und den Aufbau der Familie, für die Lebens- und Alterssicherung.

In den Glaubensangelegenheiten und unseren Erfahrungen mit Gott geht es anders herum. Da wird uns von Gott ein großer Batzen von geistlichem Gut anvertraut. Im nächsten Kapitel des Johannes Evangeliums wird „das“ unsere Neugeburt genannt. D. h. das todgeweihte, vielleicht schon verkorkste Leben, wird ausgetauscht mit dem Beginn des ewigen, herrlichen und seligen Lebens, das uns nur Gott schenken kann. Da gilt es zuerst einmal, sich damit vertraut zu machen, damit zu leben.

Kurz vor dem Predigtbericht beruft sich Jesus die ersten Jünger. Es waren für sie die ersten Tage ihre Nachfolge, in denen sie über die Größe und das Können Jesu das Staunen lernten. Am Schluss des Textes heißt es: "Jesus offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn!"

Jeder, der zum Glauben an Christus findet, erlebt zuerst einmal die Höhen des Glaubens. So ist das eine hohe Zeit; auch dazu könnte man sagen: eine "Hoch"- Zeit, eine " Hochzeit "!

In unserem Bericht fällt kein einziges frommes Wort. Aber ungefähr für dieselbe Zeit berichtet Matthäus die sog. Bergpredigt, die mit den Seligpreisungen beginnt. Da erleben die Jünger einen großen Batzen von geistlichem Gut, das ihnen für ihre Nachfolge anvertraut wurde.

Gott ist der fürs "Leben" da!!! Seine Botschaft und sein Wirken verhilft uns zum wahren Leben, das aber erst entdeckt werden muss. Es ist die Haupttäuschung des Versuchers, wenn er sagt: Genieße zuerst einmal das Leben. Zum Glauben hast du später genug Zeit. Was er dabei nicht sagt, das ist die Täuschung, die darin steckt. Denn der weltliche Genuss hält nur ganz kurze Zeit. Für die übrige lange Zeit ist das Begehren im Vordergrund, das Unerfülltsein, das Unglücklichsein und die Enttäuschung. Somit müssen sich die Exzesse des Genusses immer höher und krasser schrauben, und doch fällt man damit immer tiefer ins Unglück. Genau das Gegenteil ist bei Gott der Fall! Er ist für das wahre Leben da. Er vermittelt uns ein erfülltes Leben, das uns in der Tiefe eine Freude und Seligkeit vermittelt. Das gilt es, für jeden Christen, zu entdecken.

1) Es gehört zum Programm Jesu, dass sein Wirken auf diesem Fest beginnt. 2) Der Gast Jesu verwandelt sich insgeheim in den Wirt. 3) Durch das Erleben der Herrlichkeit und Größe Jesu wächst und reift unser Glaube!

 

1) Es gehört zum Programm Jesu, dass er sein Wirken auf diesem Fest beginnt! Jesus will nicht imponieren. Das ist ihm fremd. Das wissen wir von vielen anderen Berichten. Auch will er niemals, dass sich unser Glaube erübrigt. Denn nur der Glaubende bekommt solche Zeichen, die ihm den Wahrheitsgehalt der Glaubensaussagen bestätigen!

Eine Parallele zu unserem Bericht ist die Speisung der 4000 und 5000. Da wurde aus sehr wenigen Lebensmitteln sehr viel, sodass sie Jesus zum Brotkönig erkoren wollten. Hier in unserem Bericht wurde aus 600 Liter Wasser bester Wein. Ich denke, dass dies alle auf diesem Fest mitbekommen haben. Aber das Gewicht liegt darauf, dass es für die Jünger ein Zeichen für die Größe Jesu war. Mit Jesus erlebten Sie auf der 3-jährigen Wanderschafft noch viele, viele andere Zeichen von der Größe und dem Können Jesu.

Und das gilt für alle Jünger zu allen Zeiten, dass wir im Glauben Jesus als den allmächtigen und ewigen Herrn erleben. Damals war es eine zusammen gedrängte Zeit und ein ganz wesentlicher Abschnitt in der Heilsgeschichte Gottes. In unserer heutigen, jetzigen Zeit sieht das natürlich ganz anderes aus. Aber vom Inhalt her erleben auch wir Jesus als den allmächtigen und ewigen Herrn.

Wie bei den Jüngern damals läuft bei jungen Menschen das Glaubenslebens so ab, dass man ihre zuerst erlebten Erlebnisse fälschlicherweise mit Begeisterung beschreiben möchte. Aber es ist deshalb keine Begeisterung, weil bei der Botschaft Jesu gleich am Anfang die ganze Wahrheit enthalten ist. Bei den Seligpreisungen der Bergpredigt wird auch das Seligsein für die genannt, die zum Leiden und Sterben um des Glaubens willen bereit sind. Solch eine Botschaft hat bei einer normalen Begeisterungswelle keinen Platz. Wenn eine Werbeagentur werben würde: Komm zu uns, da lernst du das Leiden und Sterben. Diese Werbeagentur könnte Konkurs anmelden, der aber bei der Gemeinde Jesu nie stattfindet.

Johannes berichtet ja immer hintergründig oder tiefgründig. Beim Brotwunder folgert er die Einsetzung des Abendmahles, dazu auch der Wein gehört! So könnte dazu Jesus dieses Weinwunder vollbracht haben. Er tat es ja nur einmal als ein Zeichen. Und oft steht in der Schrift, dass er sein Blut für uns vergossen hat, damit wir die Erlösung bekommen. Und das geschieht beim Abendmahl. Da vervielfältigen sich in unendlichem Maß seine Kräfte und seine Macht. Dagegen sind die 600 Liter nur ein ganz, ganz kleines Zeichen seines Handelns. Jeder Gläubige, der zum ersten Mal diese Erlösungskräfte Jesu erlebt, für den ist diese Phase seines Lebens eine hohe Zeit. So gehörte es zum Programm Jesu, dass sein Wirken mit solch einem Fest beginnt.

 

2) Der Gast Jesu verwandelt sich insgeheim in den Wirt! Das geschieht überall dort, wo Jesus eingeladen und eingelassen wird. Ein uns bekanntes Tischgebet drückt das klar aus: "Komm, Herr Jesu, sei unser Gast, und segne, was du uns aus Gnaden bescheret hast!" Für einen Gläubigen gilt diese Bitte nicht nur fürs Essen, sondern für den Ablauf des ganzen Lebens. Denn wir wissen, dass sich Jesus sehr schnell insgeheim in den Wirt verwandelt, in den Herrn unseres Lebens und Wirkens! Alle, die ganz ernstlich Jesus nachfolgen, erleben auf ihre Weise die Kyrios- Gestalt Jesu. Das ist das Amen der Kirche, das Amen aller Gläubigen. Sie können nur bekennen: "Das ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort!" (1. Timotheus 1,15).

Obwohl sich bei uns im Goldenen Westen viele Schwierigkeiten auftürmen: Arbeitslosigkeit; Armut auf hohem Niveau; und damit verbunden viele Nöte. So leben wir doch verglichen mit der ganzen Weltbevölkerung mit den Katastrophen, dem Hunger, der Heimatlosigkeit und vielen Krankheiten noch sehr, sehr gut. Aber der Wohlstand lässt auch uns leer und unzufrieden. Er befriedigt uns nicht in der Tiefe unseres Herzens. Wie der Zachäus spüren auch wir, dass es im Leben noch etwas Besseres und Höheres geben muss. Wohl dem, der da zu Jesus findet und ihn in sein Leben herein bittet. In Offenbarung 3,20 bietet uns Jesus an: "Siehe, ich stehe vor deiner Tür und klopfte an. Wenn du meine Stimme hören und die Türe auftun wirst, dann werde ich zu dir hineingehen und das Abendmahl mit dir halten und du mit mir!"

Wer Jesus als den Fresser und Weinsäufer beschuldigt, der hat seine Botschaft und sein Wirken noch nicht begriffen. Wer die Gemeinde als üppige Schmarotzer und irrige Idealisten bezeichnet, der hat noch keinen wahren Durchblick. Dass wir Jesus sehr nötig brauchen, ist kein Armutszeugnis. Sondern das hat etwas mit der reellen und wahren Lebensbewältigung zu tun. Denn gerade Jesus befähigt uns zur rechten Lebenseinschätzung und zur wahren Verantwortung. Wir werden durch ihn so reich beschenkt, sodass wir sehr fruchtbringend im Leben stehen können. Wir erleben mit ihm eine Lebensquelle, durch die auch unser persönliches Leben reichlichst überfließt! Der Gast Jesu verwandelt sich insgeheim in den Wirt!

 

3) Durch das Erleben der Herrlichkeit und Größe Jesu wächst und reift unser Glaube. Eine 3- jährige Wanderschaft, in der die Jünger standen, ist schnell vorüber. Danach kam für die Jünger die Bewährung ihres Glaubens. Dann galt es, das bis jetzt mit Jesus Erlebte, selbst zu leben; im täglichen Leben ein- und umzusetzen; für Andere solch ein Zeuge Jesu zu sein. Was dabei für die damaligen Jünger galt, das gilt auch für uns. Es ist die Zusage Jesu, Matthäus 28: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden... Denn siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!"

So sind wir Überwältigte in Glaubensangelegenheiten. Da kann kommen, was will, nichts kann uns mehr vom Weg der Nachfolge abbringen.

Jesus sprach einmal im Gebet zu seinem Vater einen Lobgesang, Matthäus 11: "Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dein Geheimnis den Weisen und Klugen verborgen hast, und hast es den Unmündigen offenbart!" Und im selben Atemzug spricht er zu seinen Nachfolgern, Jüngern: "Kommt her zum mir, alle, die ihre mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken!... So werdet ihre Ruhe finden für eure Seelen!" D. h. wer die Mühsalen und Lasten des Lebens trägt, - "Müheseligen und Beladenen"- , und dabei in der Verbindung zu Jesus bleibt, der führt zwar nach der Meinung der Allgemeinheit ein nicht erstrebenswertes Leben, - "sie werden als die Unmündigen verschrieen" -. Aber nach der Meinung Jesu führt er ein herrliches, erfülltes, frohes und reich gesegnetes Leben. Dabei sind wir immer die reich Beschenkten, Erfüllten und Beglückten.

So etwas bezeichnet man als das Geheimnis des Glaubens. Es bleibt allezeit ein Geheimnis, aber es wird mit zu "unserem" Geheimnis!

"Mühseligen und Beladenen": Das gilt für die eine Seite unseres Lebens. Damit stehen wir voll im Leben, voll im Dienst und Einsatz! "Erquickten, Erfüllten und Beschenkten": Das gilt für die andere Seite dieses unseres Lebens! Damit erfahren wir die Wirklichkeit Gottes mit den vielen Stützen und Reichtümern des Glaubens! Dabei ist nach Hebräer 12: „Jesus der Anfänger und Vollender unseres Glaubens!“ Und diese Erlebnisse helfen uns wieder für unseren Alltag. So wächst und reift unser Glaube.

 

Jesus ist der Freudenmeister! Mit Jesus wird uns ein großer Batzen von geistlichem Glaubensgut anvertraut. Wir erleben die Höhen, die hohen Zeiten des Glaubens. Wer das entdeckt und sich damit beschenken lässt, wird zum wahren Leben befähigt. Auch wenn das normalerweise bei den Menschen nicht erstrebenswert ist. So ist es doch für uns das Höchste und Größte, das wir mit Jesus erleben. Davon lassen wir uns nicht mehr abbringen. Deshalb stehen wir gerne in der Jesus-Nachfolge.

 

Bruder Georg


 

RÖMER 12,9-16;    PREDIGT:

 

Das Leben der Gemeinde:

Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug. “

 

Ab Römer 12 nennt Paulus die Auswirkungen der Gnade Gottes in unserem Christenleben. Am Anfang dieses Kapitels heißt es: „Gebt eure Leiber hin als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst!“ Und unsere Verse sind nur ein kleiner Ausschnitt aus einer größeren Aufzählung.

||: „Wie lebt eine Gemeinde?“ :|| Es sind hier Ideale genannt, die normalerweise nicht gelebt werden:  herzliche, brüderliche Liebe; gegenseitige Ehrerbietung; fleißiges Arbeiten; sich der Nöte annehmen; Gastfreundschaft üben; auch die segnen, die uns verfolgen; sich zu den Geringen herunter halten. Und mit all dem dienen wir unserem Herrn Jesus Christus.

Das sind nun keine menschlichen Ideale, sondern göttliche, gottgewirkte Ideale. Diesen Unterschied müssen wir allezeit beachten, erlernen und ausleben. Dazu sind wir rein menschlich nicht veranlagt. So gilt es, diese göttlichen Ideale immer wieder zu ergreifen, ihnen unser Leben zu unterstellen. Ja, es ist noch grasser, so wie es Luther bei der Auslegung zur Taufe sagt: Wir sagen uns täglich von den menschlichen Idealen ab. Ebenso täglich geloben, befehlen wir uns den gottgewirkten Idealen an. Dann, nur ||: dann geht die Herrlichkeit Jesu Christi in unsere Armut ein und verwandelt uns! :||

Diese Ideale der Gemeinde wollen viele. Denken wir als Beispiel dafür an den Kommunismus. Aber den Weg dazu wollen die wenigsten. Es geht nur über das täglich praktizierte Leben mit Jesus Christus. Und dazu sind leider Gottes nur wenige bereit. Es ist eigentlich schade, dass die Menschen normalerweise nicht die Inhalte, die Schätze des Evangeliums erkennen. Wie blinde Menschen stoffeln sie daran vorbei. Und die Christen werden als die eigenartigsten Menschen angesehen; und die Gemeinde als eine eigenartigste Gruppe. Nur die Insider, wir Christen selbst, die wir dieses Leben mit Jesus Christus wagen und ausleben, haben sehr viele großartige Erlebnisse. Dadurch wird unser Leben von den göttlichen Idealen ausgefüllt. Es sind alles Geschenke, die uns Gott gratis, umsonst, gibt. Darüber werden wir zu sehr dankbaren Menschen.

So können wir nicht mehr nach dem allgemeinen Chema und Idealen leben. So können wir nichts mehr Selbstherrliches und auch Niederträchtiges tun. Sondern wir geben unser Leben wahrhaftig als ein Opfer hin, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Weil das Jesus als ein Dienst an ihn annimmt, so ist dieses Verhalten der vernünftige Gottesdienst.

„Wie leben Christen?“ 1) Gott schenkt uns eine ungeheuchelte Liebe. 2) Wir werden von den Tugenden Christi geprägt und bestimmt. 3) Mit Wachheit, Zuwendung und Hingabe stehen wir im alltäglichen Betätigungsfeld unseres Lebens.

 

Wie leben Christen? 1) Gott schenkt uns eine ungeheuchelte Liebe. Vieles, was Gott will und mit uns vorhat, das ist nur von dieser Liebe her zu verstehen, die Gott uns gegenüber aufbringt. Diese Liebe, „Agape“, erfahren wir in unserem Leben mit Jesus Christus. Daraus entwickelt sich eine Liebesbeziehung sondergleichen. Sie bildet das Fundament unserer Tage, unserer Beziehungen und unserer Dienste. Alles andere ist dem untergeordnet.

Letztlich steht dann Jesus an erster Stelle meines Lebens. Zu ihm stehe ich im ständigen Kontakt. Mit ihm bespreche ich alles. Seinem Vorbild eifere ich nach. Von ihm bin ich fasziniert. Um seinetwillen bin ich zu allem bereit. All mein Suchen, Begehren und meine Liebe gelten ihm allein. Hier darf sich nichts anderes und kein anderer einmischen, sich dazwischen schieben oder mir den Rang ablaufen.

Das alles geschieht aber nicht von selbst. Es ist ein tägliches „Sich- Angeloben“ an ihn; und „Absagen“ von allem anderen. Das dürfen wir uns an jedem Morgen neu vornehmen, aktualisieren und davon bestimmen lassen. Da ist unsere tägliche Einwilligung gefragt. Täglich unterstellen wir unseren Willen dem Willen Jesu. Täglich stehen wir in der Absprache und Rücksprache mit ihm.

Je mehr wir das praktizieren, umso mehr kommt die Gottesruhe in unser Herz und bildet ein tragfähiges Fundament. Dann sind wir nicht mehr aufgekratzt, unwirsch, hartherzig, missmutig oder gar brutal. Dann hat wahrhaftig Jesus seine Zweitwohnung in uns eingerichtet. Und wir können ihm ganz zur Verfügung stehen.

Was tun wir, wenn Schwierigkeiten, Nöte, Anfechtungen udgl kommen? Manche flüchten sich ins Vergnügen und geraten in falsche Abhängigkeiten. Manche lassen sich gehen und gehen dabei unter. Manche werden vom Ehrgeiz gepackt und stürzen sich in die Arbeit und schlagen um sich, sodass die Fetzen fliegen. Manche benützen die Ellenbogentechnik und wollen alles an sich reißen. Christen kennen da eine total andere Praxis, auf die wir in Punkt zwei näher eingehen. Sie stehen in dem „Verborgenen Leben mit Jesus Christus“. Das trägt sie auch durch die schlechten Zeiten hindurch. Christus schenkt und vermittelt uns auch darin die ungeheuchelte Liebe. So können wir alle Situationen im Sinne Gottes durchgehen.

 

Wie leben Christen? 2) Wir werden von den Tugenden Christi geprägt und bestimmt. Die Tugenden Christi sind z.B. in Galater 5 als die Früchte des Geistes bezeichnet: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Keuschheit. Oder in den Seligpreisungen, Matthäus5, wird vieles davon angesprochen: das rechte Besitzen und Gebrauchen alles Irdischen; das Erleben von Trost, Erfüllung, Reinheit, wahre Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Frieden; wir dürfen Gott schauen, Gottes Kinder sein und den Himmel Gottes besitzen. Noch viele andere Bibelstellen gibt es dafür.

Es findet wahrhaftig in unserem Leben eine Neugeburt statt, wodurch wir zu einer „Neuen Kreatur“ heran wachsen und heran reifen. Dazu benötigen wir viele Erfahrungen, Lernprozesse und Wachstumsstufen. Das hat dann sehr viele Auswirkungen auf uns selbst und für unsere Beziehungen zum gesamten Umfeld unseres Lebens: zum Menschen, zum anderen Geschlecht, zum Geld, zum Besitz, zur Zeiteinteilung, zu den Idealen und zum Glück.

Da haben wir es nicht mehr nötig, uns selbst in Szene zu setzen. Sondern wir eifern dem nach, was uns Jesus vorlebte und als Verhaltensweisen mit auf unseren Weg gibt. Damit haben wir so viel zu tun, sodass es uns nie langweilig wird und Gott unser Leben gebrauchen und für seine Sache einsetzen kann.

Wenn wir wie bei einem Trafo primär an Christus angeschlossen sind, dann kann eben sekundär volle Schaffens- und Lebenskraft fließen. Das bleibt nicht aus. Als Christen spezialisieren wir uns auf beides: Anschluss an Christus + volle Kraft im Alltag. Beides ist uns wesentlich und wichtig. Dann prägen und bestimmen uns die Tugenden Christi.

 

Wie leben Christen? 3) Mit Wachheit, Zuwendung und Hingabe stehen wir im alltäglichen Tätigkeitsfeld unseres Lebens. Als Christen leben wir nie umsonst. Denn Christus stellt uns in eine ganz bestimmte Aufgabe, die wir ausführen dürfen und auch können. Er verlangt nicht mehr, aber auch nicht weniger. Jeder darf sich an seiner Stelle ganz einbringen und ganz einsetzen. Jeder darf sich seiner Verantwortung ganz bewusst sein. Keiner muss dem anderen ins Amt greifen. Keiner muss auf den anderen neidisch sein. Wir müssen uns aber auch nicht vom anderen beherrschen und bestimmen lassen. Das „Alles“ wäre eine Verarmung des gemeinsamen Lebens.

So ist in einer Gemeinde alles wohlweislich geordnet und auf verschiedene Schultern aufgeteilt. Auch wenn wir die ideale Form nie erreichen, so dürfen wir doch die Kunst des rechten Zusammenlebens erlernen. Es ist nicht die Kunst gemeint, dass wir es allen recht machen. Diese Kunst kann keiner. Aber jeder bringt an seiner Stelle das ein, was ihm möglich und von Gott gegeben ist. Auch dafür gibt uns Gott eine starke Führung, ein Geführt- Werden. Da staunen wir immer wieder, wie Gott seine Zusagen und Verheißungen auch erfüllt. Jemand hat dazu gesagt: ||: „Gottes Mühlen mahlen langsam, aber trefflich fein!“ :||

Gott selbst sorgt dafür, dass seine Sache weiter geht. Dafür sind wir nicht seine Rechtsanwälte. Da müssen wir nicht Gott unter die Arme greifen, damit sein Wille geschieht. Das tut er schon selbst, zielstrebig und vollmächtig. Unsere Aufgabe besteht darin, in aller Treue das auszuführen, was uns zu tun möglich ist. Da dürfen wir morgens voller Spannung aufstehen und mit voller Erwartung und Bereitschaft das zur Zeit Anstehende anpacken und erledigen. Sehr vorsichtig und behutsam gehen wir das an, was mit unserem Nächsten zu tun hat. Allezeit haben wir im Hinterkopf die Gebote im Sinn, die uns viele Hilfestellungen geben. Immer fragen wir danach, was jetzt Jesus tun und wie er sich verhalten würde. Innerlich dynamisch und elastisch setzen wir uns dafür ein, was momentan möglich ist. Alles andere überlassen wir getrost Gott und stellen es ihm anheim.

In dieser Haltung tun wir nichts umsonst. In dieser Haltung erleben wir erfüllte und ausgelastete Tage. In dieser Haltung können wir uns ganz einbringen und unser Leben kommt zur gottgewollten Vollendung. In dieser Haltung erhebt uns Gott zu einer Größe, weil wir die ganze Bereitschaft zum Dienst, zum Dienen aufbringen. Da schauen wir nicht mehr auf menschliche Ehre, Glanz und Pracht. Es genügen uns die Schätze und Reichtümer, die uns Gott zukommen lässt. Diese sind so überwältigen groß, sodass wir nie an ein Ende kommen. Die einzige Vorausbedingung dazu besteht in unserer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus. Täglich neu dürfen wir diese knüpfen. Dann können wir mit Wachheit, Zuwendung und Hingabe im alltäglichen Tätigkeitsfeld unseres Lebens stehen.

 

„Wie lebt eine Gemeinde?“ Als Christen erleben wir die Ideale Gottes, die wir täglich ergreifen und ihnen unser Leben unterstellen. ||: Dann geht die Herrlichkeit Christi in unsere Armut ein und verwandelt uns! :|| Als die Insider haben wir großartige Erlebnisse, die wir nicht mehr vermissen möchten. So leben wir als sehr dankbare Menschen, die wissen, wie man aus dem Reichtum und den Schätzen Gottes lebt.

 

Bruder Georg


 

Weitere Predigten finden Sie auf der Homepage von Bruder Georg:     Hier!