Gedanken zum Sonntag Misericordias Domini

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Predigt für Misericordias Domini

                                             über Joh 21, 15-19,

                                                                   gehalten am 29.4.2001

                                                                                            in Augsburg, St. Jakob

 

Petrus und Johannes

Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer! Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!

 

 

                                                                         A.

Es war ein „Frühstück“.- „Als sie nun das Mahl gehalten hatten“, ist ein wenig zu feierlich übersetzt.- Ein Frühstück am See, mit frischem Fisch und geröstetem Brot. Ein Frühstück mit Jesus zusammen, mit dem Auferstandenen. „Komm, Herr Jesus , sei unser Gast“. Nur, hier lud Er ein: ´Kommt, greift zu !`(v.12)

    

                                                                         B.

Beim Frühstück hatte man miteinander gesprochen.

Und jetzt redete Jesus Simon gesondert an. „Simon“, sagte er, nicht: „Petrus“; „Simon, Sohn des Johannes“. Hatte das etwas zu bedeuten? War etwas zerbrochen zwischen ihnen? War das Vertrauen zerbrochen?

„Felsen“, „Petrus“-, ja so hatte ich dich eingeschätzt. Aber du hast dich dann doch nicht als standhaft erwiesen.

Ist schon aus der Anrede eine Enttäuschung herauszuhören?

 

                                                                                  I.

Und dann: Diese Frage-.Was für eine Frage-! Unter Männern. „Simon, hast du mich lieb? Hast du mich mehr lieb, als die anderen?“

a) Liest man das Evangelium in griechischer Sprache,- wie es ursprünglich geschrieben ist,- so fällt auf, dass zwei verschiedene Wörter für „lieb haben“ gebraucht werden. Wenn Jesus fragt: „Hast du mich lieb“, wählt er ein anderes Wort, als Simon, wenn er antwortet: „Du weißt doch, dass ich dich lieb habe“.- Ob das etwas zu bedeuten hat?

Meinen beide das gleiche? Oder reden sie irgendwie aneinander vorbei? Sprechen sie auf unterschiedlichen Ebenen? Fragt Jesus vielleicht nach etwas anderem, als was Simon in seiner Antwort meint?

Erst wie Jesus zum dritten Mal seine Frage stellt, geht er auf die Sprechweise Simons ein.

Wenn Simon sagte: ´Das weißt du doch, dass ich dich lieb habe`, dann klang das so, wie wenn er sagen wollte: ´Natürlich will ich dein Freund sein. Selbstverständlich stehe ich zu dir. Die menschliche Beziehung, die wir zueinander haben, möchte ich nie aufgeben.`

´Gut`, sagte Jesus beim dritten Mal, ´aber stimmt das wirklich?`-

So, als wollte er fragen: ´Ist wenigstens darauf Verlass?`- Dabei hört man natürlich den Zweifel heraus, die Enttäuschung. Immerhin hatte Simon Petrus vor wenigen Tagen so getan, als kenne er Jesus nicht. Das ist auch rein menschlich enttäuschend. Verleugnet zu werden,- daran kann eine Freundschaft zerbrechen.

 

b) Aber Jesus scheint etwas Weitergehendes zu meinen,- etwas, das über menschliche Verlässlichkeit und Treue hinausgeht.

Hätte er nur fragen wollen, ob trotz dieser Enttäuschung,- Petrus selbst hatte ja über sein eigenes Versagen bitter geweint, von seiner Seite das bisherige Vertrauensverhältnis weiter bestehen kann,- dann hätte er mit der Antwort Simons zufrieden sein können: ´Ja, Herr, du weißt, dass ich wirklich mit die verbunden bin und dass ich zu dir stehen will-, und dass mir das mit der Verleugnung auch furchtbar leid tut.

 

1.Aber erstens stellte Jessu gleich anschließend die Frage noch einmal, als hätte er die Antwort nicht gehört, oder als sei sie für ihn unbefriedigend ausgefallen. Nun fragte er nicht mehr: „ Hast du mich mehr lieb, als die anderen?“, sondern nur: „Hast du mich überhaupt „lieb“?

Und dann stellte er die Frage noch ein drittes Mal, so dass Simon ganz verunsichert war. „Er war traurig“, schreibt der Evangelist.

Was Simon sagte, schien für Jesus ungenügend zu sein. Und Simon verstand nicht, warum. „Herr, du weißt doch alles. Also musst du doch auch erkennen, dass ich wirklich dein Freund sein“, zu dir halten und dir treu sein will.

 

2.Und zweitens war die Antwort, die Jesus jeweils gab, höchst überraschend. Wenn man auf die Frage: ´Magst du mich noch? Hast du mich lieb?`, die Antwort bekommt: `Das weißt du doch!`, - dann würde man vielleicht, wenn es überhaupt eines Wortes bedarf, sagen: ´Schön!` oder: ´Das freut mich.`Jesus dagegen antwortet mit einem Auftrag.

Ausdruck der Liebe, die er meint, wäre es, einen Auftrag auszuführen. „Weide meine Lämmer“, „weide meine Schafe“, trägt Jesus ihm auf. D.h., er macht ihn verantwortlich für die, die zu ihm gehören, die an ihn glauben. Mit der Herde ist die Gemeinde der Glaubenden gemeint. Die Liebe zu Jesus müsste sich also in der Verantwortung für die Gemeinde zeigen.

Irgendwie fehlt hier etwas.- Simon ist traurig. „Du weißt doch“, sagt er, „du weißt alles“. Aber offenbar haben sie aneinander vorbeigeredet.

                                 

                                                                              II.

Danach kam Jesus, wiederum völlig überraschend, auf das Lebensalter Simons zu sprechen. Das Lebensalter nimmt ja unaufhaltsam zu. ´Früher`war man „jünger“; inzwischen ist man älter geworden. Und das geht so weiter.

 

a.)Was hat der Hinweis darauf mit der Frage zu tun, ob Simon Jesus „lieb hat“? Es gibt freilich auch eine flüchtige Liebe, die momentan aufflammt und sich mit der Zeit abkühlt. Aber von so etwas spricht Jesus hier nicht. Er wechselt auch nicht etwa beiläufig das Thema.

Was er nun in diesem Gespräch nach dem Frühstück noch anfügt, das sagt er vielmehr mit großem Nachdruck. Schon die von Jesus gelegentlich gebrauchte Einleitungsformel verleiht dem Gespräch außerordentliches Gewicht. Wahrscheinlich hatte schon seine dreimal gestellt Frage mehr Gewicht, als der verunsicherte Simon in diesem Moment erfassen konnte. „Amen, Amen, ich sage dir“, leitet Jesus die folgenden Sätze ein. Das ist weder Small-talk, noch eine offene Aussprache, wie sie ´unter Freunden` manchmal stattfinden muss. Es ist mehr. Mit „Amen“ antwortet man auf Gottes Wort. Und wenn Jesus mit „Amen“, sogar mit verdoppeltem „Amen“, beginnt, dann hebt er hervor, dass das, was er sagen will, nur im Zusammenhang mit Gott zu verstehen ist.

Eigentlich ist alles nur in diesem Zusammenhang zu verstehen. Daher spricht Jesus vom „Reich Gottes“. In allem soll ´Gott herrschen`. Das macht natürlich ein Umdenken erforderlich.

Simon, hast du bedacht, dass auch die Frage, ob du Jesus lieb hast, im Zusammenhang mit Gott und mit dem Auftrag, den Gott erteilt, verstanden werden muss? Hast Du bemerkt, dass Jesus zumindest zu Beginn des Gesprächs, ein anderes Wort für „Liebe“ gebraucht hat als du? Er hat das Wort gebraucht, das beispielsweise in der Botschaft steht: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“

Von dieser Liebe redet Jesus.- ´Simon, bist du in dieser Liebe mit mir verbunden?`

Aber Simon fasst die Frage rein menschlich auf, und ist betrübt, weil er das Gefühl hat, von Jesus nicht verstanden zu werden. Jesus spricht jedoch sehr klar aus, worin sich das, wonach er fragt, zeigen müsste. Nämlich, an der Verantwortung für die Gemeinde.

 

b) Aber vielleicht erschließt sich das erst im Lauf des Lebens.- „Als du jünger warst“, sagt Jesus nun, ´hattest du den Kopf voller Pläne. Du wusstest, was du wolltest.`

Simon wusste auch, was er mit Jesus wollte. Er hat sich ihm ganz bewusst angeschlossen.`

 

<Jesus hatte ihn berufen. Das verstand er als Auszeichnung. Und als Jesus ihn den „Felsen“ nannte, „Petrus“, da fühlte er sich bestätigt.

Jesus hielt offenbar etwas von ihm. Er stand zu Jesus in einem Vertrauensverhältnis. „Freund“ ist vielleicht etwas zu flach ausgedrückt. Aber ´in dieser Richtung`: Gefolgschaft, Verbundenheit, Treue. Dass man sich auf einen verlassen kann- Das „wollte“ Simon mit Entschiedenheit. Daher folgte er ihm mit Eifer nach. Er ´krempelte die Ärmel hoch`,- oder- hier heißt es: Er „gürtete sich selbst.“ „Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest.“

 

<Aber dann kam das peinliche Versagen. Als ´es darauf ankam`, wankte der „Felsen“. Dreimal, dicht hintereinander, verleugnete Petrus den Herrn. Die große Enttäuschung. Das Gefühl, selber unzuverlässig zu sein,  sich auf sich selber nicht verlassen-, nicht einmal für sich selber ´die Hand ins Feuer legen` zu können.- „Er ging hinaus und weinte bitterlich.“ Wie Paulus später schrieb, musste auch Petrus sagen: „Ich bin nicht wert, ein Apostel zu heißen.“ Was ich selber angestrebt,- wozu ich mich entschlossen habe, das habe ich nicht durchhalten können.

 

c)Aber in diese Stimmung hinein erneuert Jesus seinen Ruf: „Folge mir nach!“

<Wer älter wird, macht im Lauf seines Lebens solche Erfahrungen des Versagens und des Scheiterns. Die Selbstsicherheit vergeht einem. Man lernt, sich selbst realistisch einzuschätzen. Das kann sehr ernüchternd sein.

´Simon, „wenn du alt wirst, wird ein anderer dich gürten.“ D.h. nicht nur, dass du zunehmend auf Hilfe angewiesen bist und dass dein Spielraum immer enger wird. Man „wird dich führen, wo du nicht hin willst.“

Du wirst nicht mehr gefragt, was du willst. „Du breitest deine Hände aus.“ „So nimm denn meine Hände/ und führe mich.“- Da geht einem dann allmählich auf, dass „Liebe“ noch etwas anderes ist, als das begeisterte Sich-Entscheiden für Jesus. Ja, „als du jung warst“, da hast du dich für mich entschieden. Aber jetzt kannst du froh sein, wenn ich dich bei der Hand nehme und weiterführe.

 

< Ob Simon sich als Jesu Freund bewährt hat oder nicht,- tatsächlich hat er sich nicht bewährt-, Jesus erhält seine Berufung aufrecht. ´Hast du nun etwas daraus gelernt? Hast du „mehr“ gelernt, „als die anderen“? Hast du genauer verstanden, was bei Gott „Liebe“ heißt? Sind wir in dieser Liebe miteinander verbunden? Ich rede von der Liebe Gottes, die so groß ist, dass sie keinen Menschen verloren gehen lassen will. Von der Liebe, in der Gott mich hingegeben hat in den Tod,- in der ich mein Leben hingegeben habe für euch. Für die ´verlorenen Schafe`. Merkst du nun, dass ich mit „Liebe“ etwas anderes meine als du? Und ahnst du, warum ich ein anderes Wort gebrauche? Und warum ich mit deiner Antwort nicht zufrieden war?`

 

<  Der den Anspruch verspielt hat, als Freund Jesu gelten zu können, nachdem er öffentlich geleugnet hatte, mit Jesus irgendetwas zu tun zu haben,- er, der Verlorene,- dem Jesus trotzdem die Berufung bestätigt,- er müsste nun soweit sein, innerlich mit zu vollziehen, wie der Gute Hirte zu Seiner Herde, zu verlorenen Schafen,- wie Jesus zur Gemeinde der Verlorenen steht, die „nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben“ sollen. „Hast du mich mehr lieb, als die anderen?“ ´Dann zeige es, indem du für meine Schafe sorgst.`

 

`                                                                          D.

Es geht nicht um dich,- nicht um das, was du anstrebst.

Wie Jesus Sein Leben hingegeben hat für die Verlorenen, so soll auch Simon sein Leben einsetzen.- Was Paul Nicau, Jean Paul Sartres Freund, in Russland nach der Revolution vergeblich suchte, nämlich ein Aufhören der Furcht vor dem Tod durch das neue, ´revolutionäre Bewusstsein`,- das ist bei Christen zu finden, die Jesus so lieb haben, dass sie ihr Leben für die Gemeinde hingeben. Sie vermögen mit ihrem Leben und ihrem Sterben Gott zu preisen.

Im Falle Simons stellt der Evangelist fest, sagte Jesus voraus, „mit welchem Tod“ er Gott „verherrlichen“ und seine endlich groß und reif gewordene Liebe zu Jesus und zu den durch Ihn geretteten Verlorenen beweisen würde.

 

Amen!

 

Pfr. Wolfhart Schlichting



 

Johannes 10,11-16.27-30; Predigt:

 

„ Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht - und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.  Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins. “

 

Heute ist das Wort Schaf ein Schimpfwort, z.B. „Du dummes Schaf!“ Und sehr selten trifft man heute eine Schafherde an. Im Alten Testament war das Schaf der Sündenbock, der für die Sünden der Menschen geschlachtet und ein weiterer in die Wüste geschickt wurde. Zur Zeit Jesu war das Bild des Hirten vertraut. In jeder Siedlung war er anzutreffen. Das Schaf war ein wertvolles Haustier. Es lieferte Milch, Wolle und Fleisch. Aus dem Fell wurden Kleider hergestellt, aus der Haut Zeltplanen. Schafe können ausgezeichnet hören und haben einen besten Orientierungssinn.

So ist die Bezeichnung des Guten Hirten das Idealbild eines besten Vorgesetzten, der sehr verantwortlich für die Seinen handelt. Auch heute ist für uns Christen Jesus Christus dieser Gute Hirte. Er hat für uns eine starke Ausstrahlungskraft. Er bewirkt die größte Bewegung, die es auf Erden gibt. Und alle praktizierende Christen, die wahre Gemeinde, vertrauen sich ihm an. Damit befinden sie sich im wahren Zug des Lebens, auf dem wahren Dampfer des Lebens. Das gilt auch dann, wenn sie im Verhältnis zu den Menschenmassen eine kleine Minderheit darstellen. Denn bei Gott zählen die Menschenmassen nur wie ein Tropfen am Eimer (Jes 40,15). Aber der Inhalt des Eimers ist die bewahrte Gemeinde Jesu Christi.

Wohl denen, - selig sind - , die Gott und ihre Jesus Nachfolge als das Größte und Höchste ihres Lebens ansehen. Sie geben auch ihr Äußerstes für dieses Höchste. Gott bezieht ihr Leben in seinen Plan mit ein. Und ihr Leben bekommt den von Gott verordneten Lebensablauf.

Wollen wir das Größte tun, dann übergeben wir Gott unser gesamtes Leben. Das war auch der Sinn unserer Konfirmation. Bei Christus bleibt keiner auf der Strecke. Da ist jeder gerne gesehen, voll dabei, voll beschäftigt und innerlich stark erfüllt.

Obwohl alles ganz anders ist, als wir es uns normalerweise vorstellen und denken, so geschieht auf geistlichem Gebiet die höchste Erfüllung unseres Lebens. Das pulsierende, wahre Leben finden wir nicht in dieser Welt mit ihren großen Versprechungen und Werbungen. Denn es ist ja doch nur eine Welt der Lüge, des Betruges und des Untergangs. Sondern wir finden es einzig und allein bei Jesus Christus. Er ist der einzig wahre Lebensfürst, der uns auch das wahre Leben finden und erleben lässt. Der Kopf der Gottesbewegung ist kein Mensch und keine Kirche, sondern der zu Ostern auferstandene Jesus. Er ist auch heute unter uns. Er ist in unserer Zeit unterwegs und baut seine Neuschöpfung, die er auch zur Vollendung führt.

Jesus hat drei Ausstrahlungskräfte: 1) Er ist der gute Hirte, der uns einen behüteten Raum schenkt und für uns kämpft. 2) Seine Prägung geht auf uns über, weil er uns kennt und wir ihn kennen. 3) Er führt alle zu einer Herde zusammen und schenkt ewiges Leben.

 

1) Jesus ist der Gute Hirte, der uns einen behüteten Raum schenkt und für uns kämpft. Die Aussage des Guten Hirten beinhaltet heute sehr vieles: Er ist der gute Baumeister oder Architekt; der gute Arzt oder Chirurg; der gute Chef oder Dirigent; bestimmt fallen uns noch mehr Vergleiche ein. Nicht nur vom Himmel Gottes her ist er die entscheidende Größe, der Bevollmächtigte. Sondern auch von uns Menschen her gesehen ist er der kompetente Sachverständige für alle unsre Lebensfragen. Gerade mit der Auferstehung Jesu geschah in Bezug auf die Heilsgeschichte Gottes ein gewaltiger Sprung nach vorne. Da macht es nichts aus, dass inzwischen schon 2000 Jahre vergangen sind. Das damalige Geschehen gilt heute noch genauso. Jesus ermöglicht uns den behüteten Raum, in dem wir ganz bei Gott sein dürfen. Nicht wir, sondern er kämpft dafür, dass die zerfleischenden Wölfe keinen Zugang haben.

Kommen Gefahren, Hindernisse oder Abgründe, er nimmt uns an der Hand und führt uns den rechten Weg, zeigt uns die rechten Entscheidungen und beseitigt alles, was uns stören oder hindern könnte. Darauf dürfen wir vertrauen, dass Jesus unsere Situation und Lage recht einschätzt. Er sieht, was momentan möglich ist. Er weiß, was er von uns verlangen kann. Er schätzt es recht ein, was allen dienlich ist. Und darüber hat er auch noch den rechten Überblick über den Gesamtplan Gottes. Weil er im Himmel und auf Erden alle Macht hat, und er natürlich als der Sohn Gottes einen Super- Intelligenzquotienten besitzt, führt er uns den rechten Weg. So dürfen wir von ihm unsere Schicksale und Zufälle erwarten.

Jesus setzt sich nicht dafür ein, dass er uns aus dieser Welt nimmt, sondern dafür, dass er uns vor dem Bösen bewahrt. So sind in unserem Leben die Leckerbissen sehr selten. So quält und beschäftigt uns noch sehr vieles. Es gibt immer wieder einmal Engpässe, Probleme, Nöte, Schwierigkeiten und Unleidlichkeiten. Das gehört zum Leben dazu.

Jesus schenkt uns den behüteten Lebensraum und Arbeitsraum. Aber er überlässt es uns, wie wir uns darin bewegen. Er schenkt uns viele Gaben. Aber er überlässt es uns, wie wir mit unseren Gaben diese Gottesgaben einsetzen und gebrauchen. Und alles, was wir nicht schaffen, das überlassen wir getrost Gott. Denn Gott will nicht, dass wir uns kaputt machen, zu Tode absorgen und uns das Leben erdrückt. Er ist der Gute Hirte, der uns einen behüteten Raum schenkt und für uns kämpft.

 

2) Jesu Prägung geht auf uns über, weil er uns kennt und wir ihn kennen. Es reift in uns die Christusbeziehung, die nur wir Christen erfahren. Und das sind keine Pauschal- Erfahrungen, sondern sie sind von ganz persönlicher Art und Natur.

Jesus ist zwar unsichtbar und er handelt im Verborgenen. Aber wer für ihn ein offenes Herz hat, für den reift eine Beziehung, die er nie mehr vermissen möchte und die über allem steht. Es entwickelt sich das sog. Geistliche Leben, der gelebte Glaube, bei dem wir offene Augen und Ohren für die Anliegen und Vorhaben Gottes bekommen. Nur ein Beispiel aus 2. Könige 6: Israel war wieder einmal von einem großen, fremden Heer umlagert. Der Diener des Propheten Elisa bekam große Angst. Da sprach der Prophet zu ihm: Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr, die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind. Da wurden dem Diener die Augen geöffnet und er sah die Umgebung voll feuriger Rosse und Wagen, die Gott zum Schutze aufgestellt hat.

Es wird zwar seltenst geschehen, dass wir ins Verborgene sehen können. Und doch bekommen wir von Gott geöffnete Augen und Ohren für seine Handlungen und Führungen. Und davon wird unser Leben stark geprägt. Wir kennen uns bei Gott aus und wissen, dass er unsere Situation kennt.

Damit verbunden sind keine Utopien, kein überspanntes Leben oder keine falschen Vorstellungen. Aber wir leben anders, als wir vor unserer Gottesbegegnung gelebt hatten und als die Menschen normalerweise leben. Jesus sagt an anderer Stelle: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ „Wo mich die Menschen gehasst haben, da werden sie auch euch hassen!“ „ Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren, wer es aber um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, der wird’s finden.“ Aber er sagt auch: „Was ihr auf Erden binden und lösen werdet, das gilt auch im Himmel!“

Man könnte auch zu diesem 2. Punkt sagen: Wie der Hirte, so die Herde! Wir wissen um diesen behüteten Raum und benützen diesen auch. Nichts und Niemand kann uns das rauben oder streitig machen. Wir dürfen immer auf der Seite des Siegers und des Sieges stehen. Gerade das befähigt uns, mitten im Leben zu stehen, wie es uns Jesus vorgelebt hatte. Wir können sehr vieles verkraften und aushalten. Weil unsere Verbindung zu Christus nie abreißt, bekommen wir allezeit von ihm wertvoll Impulse, Ratschläge und richtungweisende Entscheidungen. Da sind wir bereit, uns wie ein Weizenkorn in das Erreich dieses Lebens einsenken zu lassen, weil wir wissen, dass nur dadurch neues Leben entstehen kann. Alle Seligpreisungen zeugen von diesem Lebensgeheimnis, das nur wir Christen kapieren und ausleben. Da geht die Prägung Jesu auf uns über, weil er uns kennt und wir ihn kennen.

 

3) Jesus führt alle zu einer Herde zusammen und schenkt ewiges Leben. Heute schon gilt diese eine Herde. Wohin wir Christen auch kommen, mit den Gläubigen habe wir sehr schnell Kontakt, egal welcher Konfession sie auch angehören. Die Zusage des ewigen Lebens ist keine Vertröstung, sondern schon zu Lebzeiten bekommen wir davon einen gewaltigen Vorschuss, eine enorme Erstlingsgabe. Und deshalb wissen wir, dass dies nach unserem Tode vollkommen sein wird: diese eine Herde und unser ewiges Leben.

Als Christen wissen wir, dass das Werk Gottes seinen Lauf nimmt. Für die Neuschöpfung Gottes gibt es kein Aufhalten mehr. Bei Gott geht alles zielstrebig weiter, da gibt es keinen Missgriff. Er legt eine Präzisionsarbeit an den Tag, darüber wir das Staunen lernen. Er führt alles, was von ihm kommt, und all die Seinen zur Vollendung.

Es ist wesentlich, dass wir in unsrem Alltag das nie vergessen. So kümmerlich es auch in unserem Leben zugeht, den Glanz und die Vollmacht bekommen wir nur von Gott. Und er will, dass es auch bei uns zielstrebig weiter geht. Dann reiht sich auch alles in rechter Weise in den Plan Gottes ein. Wissen wir um seinen Plan für unser persönliches Leben? Christus will es uns offenbaren. Das sind zwar zeitlich gesehen ganz kurze Erlebnisse, die aber über unserem gesamten Leben stehen. Maria, die Mutter Jesu, erlebte dies bei der Ankündigung der Geburt Jesu durch einen Engel. Paulus erlebte es vor Damaskus, aber auch später. Er bekannte, dass er sich dabei im dritten Himmel befand, entrückt in das Paradies und unaussprechliche Worte hört, die kein Mensch sagen kann. Auch wir haben ähnliche Erlebnisse. Und es ist nicht nötig, dass wir darüber mit anderen Menschen sprechen. Sie erden es sowieso nicht verstehen. Es sind eben unaussprechliche Erlebnisse. Aber für uns persönlich haben sie sehr viel zu bedeuten.

Wie oft wird in der Schrift betont, dass wir uns nicht deshalb einsetzen, um vor Menschen gut dazustehen und von ihnen geehrt zu werden. Wir tun es allein Gott zuliebe. Und Gott, der in das Verborgene sieht, wird es uns vielfach öffentlich vergelten. Das bewirkt der Glanz Gottes, der über unserem Leben liegt.

Jesus ist der Gute Hirte! Was ist „gut“ für unser Leben? Menschen streben oft Streit und Krieg an. Und sie meinen darüber noch, im Auftrage Gottes zu handeln. Der Hohepriester meinte dies in Bezug auf Jesus. Der Präsident von der USA meint dies in Bezug auf den Irak. Aber gut ist, was dem Leben dient, dem Frieden und der Liebe. Jeder Schöpfungsakt war gut. Das Geschaffene konnte von dem Bösen ergriffen werden. Aber durch Ostern geschieht eine Neuschöpfung, die dem Zugriff des Bösen verschlossen bleibt. Dafür ist Jesus der Gute Hirte, der die Seinen kennt und auch von den Seinen erkannt wird. Was er uns zu tun heißt, das ist immer gut.

 

Jesus hat für uns eine starke Ausstrahlungskraft. Er bewirkt die größte Bewegung, die es auf Erden gibt. Ihm vertrauen wir uns an. So verfallen wir nicht den Lügen, dem Betrug und dem Untergang. Sondern wir kennen den wahren Lebensfürst, der auch heute unter uns ist. Er nimmt uns in seine Neuschöpfung mit hinein, die er zur Vollendung führt.

Bruder Georg


 

1. Petrus 2,21b-25;  Predigt:

 

„ Christus hat uns ein Vorbild hinterlassen, dass wir seinen Fußstapfen nachfolgen sollen. Er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug befand; der nicht wieder schmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; der unsere Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden sind wir heil geworden. Denn wir waren wie die irrenden Schafe; aber wir sind nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof unserer Seelen. “ 

 

Auch an diesem Sonntag liegt das Gewicht aller Aussagen noch auf Ostern. Jesus, der Auferstandene, ist zwar für uns kein Idol, wohl aber das Vorbild. Er ist kein Superstar, wohl aber der Gerechte, Er ist kein Held nach unseren allgemeinen Vorstellungen, wohl aber der Wohltäter, der uns das Heil bringt.

Das Wesentliche tat Jesus. Nun liegt es an uns, ob wir ihn als unser Vorbild annehmen und ob unser Leben all die Vorzüge ausstrahlt, die er für uns erworben hat. In Jesus Christus haben wir eine starke Bezugsperson. Er zeigt uns die rechte Art der Lebensbewältigung, die rechten Wege und Umgangsformen.

Als Menschen sind wir immer Lernende, Nachahmer und Nachfolger. Sehr wohl halten wir nach denen Ausschau, die uns das wahre Leben vorleben. Wo finden wir diese? Sind es die Politiker, die Wirtschaftsbosse, die Showmaster, die Sportler, die Bischöfe oder was man da noch alles nennen mag? Oft verwirrt uns das Leben. Da kennen wir uns nicht mehr aus, was Wahrheit und was Lüge ist. Am schlimmsten wird das für die, die in den Nervenkliniken landen.

Es stellt sich auch uns immer wieder die Frage: Wohin fährt das Schiff unseres persönlichen Lebens? Wer bietet uns das wahre Leben an, die wahren Lösungen und Antworten? Wer sind unsere rechten Vorbilder? Von wem können wir uns leiten und führen lassen?

Als Christen wissen wir die rechte Antwort. Leben wir so, sodass unser Leben das auch ausstrahlt? Unser Christsein geben wir ja nicht an der Kirchentüre ab. Es ist sehr wesentlich, das im Gottesdienst Erfahrene auch in der ganzen Woche zu leben. Das Evangelium ist für uns keine abgedroschene Wahrheit. Jesus Christus ist für uns keine süßliche Gestalt. Es lohnt sich wahrhaftig, diesem Auferstandenen zu leben und nachzufolgen. Durch unser Wagnis des Glaubens werden wir befähigt, in dieser Welt in rechter Weise zu stehen. Und zusätzlich gebraucht uns Gott für sein Reich, für seine Sache. Da leben wir nicht mehr umsonst. Da wissen wir, was wir zu tun haben. Da finden wir heraus aus dem falschen Dreh dieses Lebens, aus allen Miseren und Teufelskreisen. Es sind keine eigenen Wege, sondern von Gott geführte und gewollte Wege. Unser Leben bekommt ein höheres Ziel. Und das befreit uns zu einem segensreichen, erfüllten Leben. Gott holt uns aus der Kleinkariertheit dieses Lebens heraus und stellt uns in seine göttliche Großzügigkeit. Das ist damit gemeint, wenn es heißt, Vers 21b: Christus hat uns ein Vorbild hinterlassen, dass wir seinen Fußstapfen nachfolgen sollen. Seien auch wir solche ideale, christliche Vorbilder, denen man gerne nachfolgt.

Diese Verse haben drei wesentliche Aussagen: 1) Das Vorbild Jesus Christus zeigt und führt uns Wege, die sich lohnen. 2) Dadurch kennen wir im Gegensatz zu den Teufelskreisen die Gotteskreise, in denen es Gerechtigkeit und Heil gibt. 3) Jesus bleibt allezeit der Chef der wahren Gemeinde. Wer das akzeptiert, der irrt nicht mehr.

 

1) Das Vorbild Jesus Christus zeigt und führt uns Wege, die sich lohnen. Vers 22b + 23: Er hat keine Sünde getan und in seinem Munde fand man keinen Betrug. Als er geschmäht wurde, schmähte er nicht zurück. Als er litt, drohte er nicht. Er stellte aber alles dem anheim, der gerecht richtet. Warum lohnt sich denn das? Normalerweise bezeichnet man solche, die so leben, als die Dummen. Und wir sagen: Ich bin doch nicht so blöd. Das fällt mir nicht im Schlaf ein, mich so zu verhalten.

Aber es bekommt einen anderen Sinn, wenn wir bedenken, dass Jesus das alles um unsretwillen auf sich nahm. Er, als der Sündlose, durchging das im starken Vertrauen zum Vater, damit wir es leichter und schöner hätten.

All das, das wir als Menschen kaum verkraften können, das tat Jesus für uns. In ihm haben wir so viele Vorgaben und Vorteile, sodass die Nachteile, die es auch gibt, leicht zu verkraften sind. Mit unserer Aufmerksamkeit und Offenheit für ihn geraten wir in rechter Weise auf die Wege des Lebens, die sich lohnen. Alle täglichen Anforderungen dürfen wir damit bewältigen, ohne selbst zu unterliegen oder gar unterzugehen.

Gerade als Christen erleben wir zwei Bereiche des Lebens: Unsere Alltagswelt und das Reich Gottes. Deshalb leben wir nicht schizophren. Es spaltet nicht unser Dasein, sondern ergänzt es. Was wir vergeblich im Alltag suchen und nie finden, das bekommen wir von Christus. Und gerade das befähigt uns, uns im Alltag viel besser zurechtzufinden. Damit sind ganz klare Lebensweisen verbunden, die uns wesentlich mehr erlauben, als wir es ohne Gott tun könnten. Gerade der Petrusbrief sagt uns in dieser Richtung sehr vieles, 1 Pt.2,9: Ihr seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums Gottes. 2 Pt.1,4: Wir bekommen Anteil an der göttlichen Natur. Ag 17,29: Wir dürfen göttlichen Geschlechts sein. Jh 17,16-18: Wir sind nicht mehr von dieser Welt, aber wir sind in diese Welt gesandt.

Jesus hat es sehr viel gekostet, damit wir Christen solch wertvolle Inhalte des Lebens haben. Das sollte uns sehr kostbar sein. Das sollten wir heilig hüten und unser Leben danach ausrichten. Gerade weil wir im Gebet allezeit Rücksprache mit Gott halten dürfen, sind wir sehr fähige Menschen. Wir kennen uns bei Gott aus. Wir wissen, wie wir uns zu verhalten haben. Im Alltag können wir das sehr wohl gebrauchen und anwenden.

Weil wir der Macht der Liebe Gottes leben, ist die Macht der Sünde gebrochen. Das ist die Realität unseres Christseins. Wer in Jesus Christus gefasst ist, der ist nicht mehr aus der Fassung zu bringen. Er findet immer das Loch zum Leben. - Das Vorbild Jesus Christus zeigt und führt uns Wege, die sich lohnen.

 

2) Dadurch kennen wir im Gegensatz zu den Teufelskreisen die Gottes   kreise, in denen es Gerechtigkeit und Heil gibt. Vers 24: Der unsere Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, der befähigt uns, dass wir der Sünde abgestorben sind und der Gerechtigkeit leben dürfen. Durch seine Wunden sind wir heil geworden. Wir Menschen wollen allezeit ein gerechtes Leben und suchen das Heil. Deswegen haben die Rechtsanwälte und Psychologen Hochkonjunktur.

Für mich ist hier ein ganz wesentlicher Punkt, den wir nicht genügend beachten können, dass Jesus das alles für uns getan hat und nie gegen uns. Ag 3,16: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Lassen wir es unsere Hauptaufgabe sein, uns für die Sache Gottes und für unsere Nächsten einzusetzen; und nie gegen irgend etwas oder jemanden. Wer das Angebot Jesu annimmt, für den hat Jesus das Böse und Falsche überwunden. Deswegen schlagen wir das Kreuz über uns und unterstellen uns dem Schutz und der Fürsorge Gottes.

Jesu Art in seinem Dienst und Einsatz ist, dass er alles um unsretwillen tut. Und diese Art geht auf uns Christen über. Das befruchtet und fördert gewaltig unser Miteinander. Wir dürfen unseren Nächsten helfen. Natürlich sind wir auch oft auf die Hilfe unserer Nächsten angewiesen.

Der Gerechte leidet für uns Ungerechte, damit wir der Gerechtigkeit leben dürfen. Das befähigt und verpflichtet uns, die Ungerechtigkeit dieser Welt nicht zu vermehren, sondern zu mindern und sie wenigstens teilweise aus der Welt zu schaffen.

Damit sind Aufgaben über Aufgaben verbunden, die unser Leben lang nie aufhören. Mit Gottes Hilfe dürfen wir sie alle angehen und bewältigen. Er schenkt uns dazu das Gelingen.

Jesus schenkt uns das Heil. Das bedeutet, dass unser Leben einem übergeordneten Ziel dient. Letztlich dienen wir dem Reich Gottes. Wir dürfen seine Botschafter und Zeugen sein. Ohne Jesu Beistand und Vorgabe wären wir da auf verlorenem Posten. Im 1 Ko 15 schildert uns Paulus eindrücklich, was für unseren Alltag die Auferstehung Jesu für eine wesentliche Sache ist. Für uns ist es immer wieder erstaunlich, wie Gott seine Wege mit uns geht und er immer wieder alles zum Besten wendet. Haben wir den rechten Blick für die Gotteskreise, in denen es Heil und Gerechtigkeit gibt. Dann stimmen wir nicht mehr in den Katzenjammer menschlichen Zusammenlebens ein, sondern in das Lob Gottes.

 

3) Jesus bleibt allezeit der Chef der wahren Gemeinde. Wer das akzeptiert, der irrt nicht mehr. Vers 25: Wir sind wie die irrenden Schafe; aber nun sind wir bekehrt zu dem Hirten und Bischof unserer Seelen. Heute wissen wir, dass unser Seelenleben, unser inneres Leben ein starkes Gewicht hat. Wer aus dem seelischen Gleichgewicht fällt, dessen Leben ist gewaltig gestört. Dafür ist Jesus der rechte Chef. Deswegen heißt es: Wir sind bekehrt zu dem Hirten und Bischof unserer Seelen. Wenden wir uns an ihn, dann ist kein Irren mehr möglich, denn er schenkt uns eine innerste Erfüllung, die uns das seelische Gleichgewicht ermöglicht. Jesus hat dazu alle Vollmacht und allen Sachverstand. Er schenkt die von uns lang ersehnte Wende zum Guten. Er gibt uns die bestmögliche Art zur Bewältigung aller anstehenden Arbeiten und Anliegen.

Ein großes Thema des Neuen Testamentes ist die Bekehrung, Neugeburt oder Wiedergeburt im biblischen Verständnis. Deswegen kennen wir die Feste der Taufe und der Konfirmation. Denken wir nur an das Gespräch Jesu mit Nikodemus, Jh 3: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, sonst kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Alle biblisch wesentliche Weltbewegungen waren Bußbewegungen, bei denen Menschen eine Umkehr zum Guten erlebt haben. Dabei wendet sich der Einzelne wieder Gott zu und erlebt etwas total Neues für sein Leben, das er vorher nie für möglich gehalten hätte.

Letztlich ist allein Jesus die wahre Amtsperson unserer Kirche. Da macht es nichts mehr aus, ob wir Evangelisch oder Katholisch sind. Denn Christus ist die Mitte unseres Lebens. Und das vereint uns zur wahren Gemeinde. Alles, was uns sonst stört, ist nicht mehr so wesentlich. Es bekommt eine untergeordnete Stellung, die natürlich auch bewältigt sein will, die uns aber nicht mehr aus der Bahn wirft.

Deshalb sind wir nicht bessere Menschen, aber andere Menschen. Wir kennen eine neue Richtung unseres Lebens, der wir leben und für die wir uns einsetzen. Wohl dem, der sich dafür die Augen öffnen lässt. - Jesus bleibt dann allezeit der Chef der wahren Gemeinde. Wer das akzeptiert, der irrt nicht mehr.

 

Die Osterbotschaft hat für unser Leben ein starkes Gewicht. Jesus, der Auferstandene, ist unser Vorbild. Er ist der Gerechte und Heilbringer. Mit unserer Nachfolge dürfen wir das ausleben und auch ausstrahlen. Unsere Gottesdienste vermitteln uns das. Wenn wir unser Christsein nicht wieder an der Kirchentüre abgeben, dann dürfen wir ein segensreiches Leben unter der göttlichen Großzügigkeit leben. Gerade in unserem Alltag erleben wir die Gotteskreise, die große Ausstrahlungskräfte haben.      

 

Bruder Georg


 

 

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